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Johannes Brahms, Camille Saint-Saëns

Sonate für zwei Klaviere, Walzer, Ungarische Tänze, Variationen über ein Thema von Beethoven

Güher Pekinel, Süher Pekinel

Warner Classics 2564 61959-2
(66 Min., 5/2003) 1 CD

Man kann wahre Leidenschaft entwickeln für den Zauber, den zwei Konzertflügel zu erzeugen vermögen: Verdoppelt die Wucht des Bassregisters, verdoppelt das Funkeln der hohen Lage, verdoppelt, ja potenziert auch die Brillanz des Spiels - vor allem dann, wenn es sich um ein so furioses Duo handelt wie die Pekinel-Zwillinge, geboren 1953 in Istanbul: Ihre Stärke ist die perfekte Kongruenz ihrer Interpretation, ihre absolute Homogenität auf allen Ebenen. Dass bei einem so kniffligen Stück wie Saint-Saëns’ Beethoven-Variationen (Thema ist das Trio der Es-Dur-Klaviersonate op. 31,3) hier und da im Passagenwerk technische Grenzen hörbar zu werden scheinen, nimmt man vor dem Hintergrund der Gesamtqualität in Kauf; ungetrübt ist die Darbietung der Brahms-Walzer op. 39, zweier der Ungarischen Tänze und vor allem der Sonate für zwei Klavier op. 34b mit ihrem monumentalen Kopfsatz, der ein Höchstmaß an Gestaltungskraft fordert. Deutlich mehr noch als bei virtuosen Kabinettkunststückchen sind die Pekinels hier in ihrem Element: Mit der vollen Farbenpalette ihres beachtlichen Könnens machen sie in Brahms’ wehmütigen Aufwallungen jene schon vom Herbst gestreifte Lebensfülle hörbar, die aus diesem relativ frühen Werk (entstanden 1864) bereits machtvoll spricht. Ein Hochgenuss.

Michael Wersin, 05.11.2005



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