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Salt ‚n‘ Pepper!

Martin Wind-Quartet

Challenge/SunnyMoon CR 73272
(62 Min., 2/2007) 1 CD

Nur wenige Bands spielen Thelonious Monks "Bright Mississippi". Der längst zu einem festen Bestandteil der New Yorker Jazzszene gewordene, aus Flensburg stammende Bassist Martin Wind hat mit einem Quartett eine packende Version eingespielt. Scott Robinson übernimmt die für Monks Kompositionen typische, knorrige Färbung mit dem Tenorsaxofon; dadurch Können Wind, der Pianist Bill Cunliffe und der Schlagzeuger Greg Hutchinson Raum größeren Fluss entwickeln. Die Musik der vier entspricht der aktuellen Linie im akustischen Jazz: Sie swingen mit einer Menge von rhythmischen, melodiösen und harmonischen Finessen. So ist der "Early Morning Blues" eine an Stops und überraschenden Wendungen reiche New Orleans Shuffle, und das pianofreie "Remember 13th October" verwandelt sich aus einer free anmutenden, leicht geräuschhaften Einleitung auf der Bassklarinette in einen groovenden Blues. Auch im "10 Minute Song" und in "Big Al" hat der Pianist Pause; ansonsten fungiert er als Scharnier zwischen den anderen Ensemblemitgliedern. Neben dem Monk-Stück "Turn out the Stars" von Bill Evans und "Come Sunday" von Duke Ellington weitere Fremdnummern; die übrigen sieben Titel stammen von Martin Wind. Ihre Themen und die Improvisationen klingen so ausgereift und im besten Sinne vertraut, dass man sie gut für Standards halten könnte. Die zehn Titel haben, was guten Mainstream ausmacht: das Salz des exzellenten Zusammenspiels und den Pfeffer der ausgereiften Improvisationen

Werner Stiefele, 01.08.2008



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