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Holon

Nik Bärtsch’s Ronin

ECM/Universal 174 867 2
(56 Min., 7/2007) 1 CD

Es gibt keinen Stillstand. Langsam und beständig entwickelt sich die improvisierte Musik. Die Musiker von "Nik Bärtsch’s Ronin" bedienen sich dabei im Minimalismus – allerdings agieren sie dabei weniger streng als Steve Reich, John Adams oder Philip Glass und halten ihre Wiederholungsfiguren auch für improvisierte Varianten offen. Der Pianist Nik Bärtsch, der Schlagzeuger Kaspar Rast und der Perkussionist Andi Pupato knüpfen eine dichte melodisch-rhythmische Basis, in die sich die beiden anderen Bandmitglieder einklinken und weitere Akzente setzen. Dabei bewegt sich der Elektrobassist Björn Meyer im Spannungsfeld zwischen den metallisch harten Klängen der Fusion und dem dunklen Grummeln des Jazzrock, und der Bläser "Sha" weckt mit Bass- und Kontrabassklarinette sowie Altsaxofon Assoziationen an orientalische Trancebläser und elegante Jazzimprovisationen. Die Stücke, als "Modul" numeriert, bestehen aus knappen, vielfältig zu variierenden Motiven, die sich zu polyrhythmischen Geflechten überlagern und – meist völlig überraschend – härteren, dichter pulsierenden Passagen weichen. Das Aufeinanderprallen von deren Wucht und Rückgriffe auf die Leichtigkeit der Ausgangskonstrukte erzeugt spannende Kontraste. Die rhythmische Kraft und das Vergnügen am permanenten Wandel verleihen den sechs Stücken eine gewaltige Sogwirkung.

Werner Stiefele, 18.04.2008



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