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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse

Porträt Sergej Larin

Sergej Larin, Radio-Sinfonieorchester Pressburg, Ivan Anguélov

Arte Nova/BMG 74321 90049 2
(79 Min., 10/2001) 1 CD

Dieses Porträt-Album zeigt den lettischen Tenor Sergej Larin mit einem breiten Spektrum des italienischen, deutschen und französischen Repertoires. Larins Stimme verbindet den typisch kehligen Klang russischer Tenöre mit einer baritonalen Grundfärbung. Dazu kommt eine imposante Tragfähigkeit: Man hat den Eindruck, dass Larin in der Höhe regelrecht abheben kann. Leider fehlt es ihm an Feingliedrigkeit, Leichtigkeit und Ökonomie.
Das stört am wenigsten im veristischen Repertoire, dem ein Großteil der CD gewidmet ist. Mit größerer existenzieller Bedeutsamkeit kann das "Tu se' Pagliaccio!" im Rezitativ zur Arie "Vesti la giubba" aus Leoncavallos "Bajazzo" kaum artikuliert werden. Ebenso wunderbar ist der wehmütig verhangene Ton in "L'anima ho stanca" aus Cileas "Adriana Lecouvreur". Die Arien von Puccini, Giordano und Mascagni singt Larin sicher, differenziert und mit großem Pathos.
Sein Verdi klingt erschreckend kräftig. Nicht Leidenschaft wird hier evoziert, sondern Heldentum. Ganz anders das Orchester, das Verdis erlesene Theatralik beschwört. Eine Kuriosität ist Larins Heldentenor in Offenbachs Arie über die Geschichte des "Klein Zach" aus "Hoffmanns Erzählungen". Mit dem Chor hört man die Don-Kosaken in E. T. A. Hoffmanns fantastische Welt eindringen, die dadurch noch fantastischer wird.
Um dem klassizistischen Stil von Florestans Kerker-Arie aus Beethovens "Fidelio" gerecht zu werden, müsste Larin seine Energiemassen weniger in Volumen, sondern mehr in Strahlkraft und Präzision verwandeln. Die Arie "Ach! so fromm" aus Flotows "Martha" klänge durch eine schlankere Linie und eine elegantere Phrasierung weniger hausbacken. Überzeugend ist Larin in Lohengrins Arie "In fernem Land" - seine Stimme scheint wie geschaffen für diese Mischung aus anmutiger Kantabilität und erhabenem Ernst.
Es ist schade, dass die CD kein Textbuch enthält, geschweige denn Übersetzungen und Handlungseinführungen zu den einzelnen Arien.

Cornelia Wieschalla, 21.02.2002



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