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Johannes Brahms

Cellosonaten

Alban Gerhardt, Markus Groh

HMF/ Helikon HMN 911641
(78 Min., 9/1997) 1 CD

Gehört Brahms' sogenannte Regenlied-Sonate schon an sich zu den "romantischsten" Werken des Hanseaten - sie ist nicht zuletzt Ausdruck seiner schmerzlich-sehnsuchtsvollen Dauerbeziehung zu Clara Schumann -, so verleiht ihr die vorliegende Bearbeitung für Cello und Klavier eine noch innigere, gesanglichere Note. Das ist das Verdienst Alban Gerhardts mit seinem schlanken, gleichwohl höchst intensiven Cello-Ton. Das Spiel des achtundzwanzigjährigen Berliners überzeugt auf der ganzen Linie – kein Wühlen und Schluchzen im dunklen Klangbrei des sonoren Instruments, statt dessen eine bestechende Synthese von Disziplin und lyrischer Intensität. Der durchweg elegisch-träumerische Tonfall von Brahms' Erster Cellosonate in e-Moll driftet nie ins Schwelgerische ab, sondern behält einen klaren, konturenhaften Duktus.
Dass Gerhardt im Verbund mit seinem Klavier-Partner Markus Groh auch die große Geste beherrscht, zeigt sich in der F-Dur-Sonate. Aber auch hier werden beiderseits Kraft und Intensität nicht mit falschem Pathos und überbordender Emotion verwechselt. Eine geradezu "blinde" Verständigung der beiden Musiker, vor allem in den rhythmischen Finessen und dynamischen Abstufungen, in denen Groh die Vollgriffigkeit des Brahmsschen Klaviersatzes nie zur Dominanz missbraucht, tut ein Übriges zum nachhaltigen Gesamteindruck. Diese Einspielung ist nicht nur für die Neue Serie der "Nouveaux Interprètes" ein Glücksfall.

Christoph Braun, 28.02.1998



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