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Diverse

No Tenors Allowed

Thomas Hampson, Samuel Ramey, Münchner Rundfunkorchester, Miguel Gómez Martínez

Teldec/Warner Classics 0630-13149-2
(73 Min., 7/1996) 1 CD

Kein Zutritt für Tenöre! Entschiedener können sich zwei Herren wohl kaum vom medialen Starkult ausgrenzen, als es der Bariton Thomas Hampson und der Bass Samuel Ramey hier tun. Recht haben sie - schließlich gelten Vertreter tiefer Männerstimmen zumal vielen Opernhörern zu Unrecht oft nur als Sänger, die eben auch da sein müssen. Was wäre denn schon das Gute und Schöne ohne sein finsteres Gegenteil, was der heldenhaft-jugendliche Sohn ohne seinen Vater, Feind, Onkel oder Rivalen?
Glaubwürdig vermitteln Samuel Ramey und Thomas Hampson hier, dass es vor allem Bass und Bariton sind, die in Opern die Fäden ziehen, während andere nur schön hoch singen: Ausdrucksstark beide, setzen sie (auch wenn die Aufnahmetechnik nicht gerade übermäßigen Wert auf besondere Präsenz legte) vom Duett Don Pasquale/Malatesta über Attila/Ezio bis hin zu Posa/Philipp (aus “Don Carlos”) viel männliche Duo-Leidenschaft mit einem theatralischen Impetus in Szene, den das Münchner Rundfunkorchester unter Miguel Gómez Martínez noch eifrig befördert.
Zwar herrscht zwischen den beiden Herren nicht immer gestalterisches Einvernehmen (Hampson liebt mehr die noble, im Detail ausgefeilte Darstellung, Ramey eher den unverstellten dramatischen Zugriff) - doch kann man das auch positiv als Beweis dafür verstehen, dass den Sängern individuelle Glaubwürdigkeit als unabdingbar gilt. Am Ende legt nicht zuletzt das berühmte Duett aus “Don Pasquale” beredtes Zeugnis dafür ab, dass schönes Singen und schnelles Sprechen sich nicht ausschließen müssen.

Susanne Benda, 28.02.1999



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