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Diverse

Lieblingsopern & Opernlieblinge - Marcel Prawy kommentiert 15 Ausschnitte aus Aufführungen der Wiener Staatsoper (Collage von Peter Dusek und Martin Polsek)

Marcel Prawy, Diverse Solisten und Dirigenten, Chor der Oper Zürich, Orchester der Oper Zürich

RCA Red Seal 82876 52636 9
(90 Min., 1967 - 1990) BMG/ORF, Stereo, Bild 4:3

In Wien kann es einem passieren, dass sich ein Taxifahrer als profunder Kenner aktueller Operninszenierungen ausweist. Auch im österreichischen Fernsehen wird wesentlich mehr über Oper berichtet als in Deutschland. Eine Institution über Jahrzehnte war hier Marcel Prawy; Anfang diesen Jahres ist er 91-jährig gestorben (was weder aus der DVD noch aus dem Booklet hervorgeht). Prawy hat das Musical nach dem 2. Weltkrieg nach Wien gebracht, lange Jahre als Dramaturg an Volks- und Staatsoper gewirkt, aber vor allem als "Opernführer der Nation" im ORF unzählige Opern und Inszenierungen kommentiert, seit 1965 im "Opernführer", seit 1978 außerdem in Sendungen an Originalschauplätzen oder Entstehungsorten berühmter Opern (z. B. Ägypten und Sevilla).
Mit Wiener Charme und oft verschmitzt hat Prawy sachkundig den Inhalt, die Werk- und Aufführungsgeschichte und - als Besonderheit - das geschichtliche Umfeld der Entstehungszeit erläutert. Illustriert wurde das mit zeitgenössischem Bildmaterial, gelegentlichen Beispielen am Klavier, Anekdoten, Bonmots und eigenen Erlebnissen.
Die DVD enthält Ausschnitte aus Einführungen zu 15 berühmten Opern von Mozart bis Leoncavallo, schlüssig kombiniert, teils über mehrere Jahrzehnte springend und illustriert mit Szenen aus Aufführungen der Wiener Staatsoper zwischen 1982 und 1990. Bei letzteren gibt es ein Wiedersehen beispielsweise mit dem jungen Carreras, mit Mirella Freni und Birgit Nilsson. Ein kurzer Ausschnitt aus einem Interview mit Karl Löbl rundet das Portrait des Melomanen Prawy ab.
Die DVD bietet eine gute Einführung in 15 Opern und zeigt zugleich die Bandbreite der Prawy'schen Fernsehsendungen. Zu kritisieren bleibt lediglich, dass die Kommentare und Ausschnitte der einzelnen Opern ohne optische Trennung ineinander übergehen.

Peter Overbeck, 26.07.2003



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