Responsive image
Matthias Georg Monn

Sinfonien und Konzerte

Balász Maté, Lajos Rovátkay, Hannoversche Hofkapelle, Lajos Rovátkay

Virgin/EMI 5 45403 2
(68 Min., 1/1996) 1 CD

Unbestritten ist es die Musik von Matthias Georg Monn (1717-1750) wert, wieder entdeckt zu werden. Was dieser Meister in den nur dreiunddreißig Jahren seines Lebens geleistet hat, war revolutionär. Ohne seine Vorleistung auf dem Gebiet der Sinfonie hätte ein Haydn niemals in seinen eigenen mittleren Werken dieser Gattung so gewagte Experimente unternommen, und auch die Konzerte Monns tragen bereits deutlich mehr als nur den Keim der Haydn-Mozart-Linie in sich.
Lajos Rovátkay hat hier mit zwei Sinfonien, einem Cello- und einem Cembalokonzert einige exemplarische Werke dieses frühen Wiener Klassikers zusammengetragen, und man folgt beim Hören gerne den sachkundigen Beiheft-Ausführungen dieses in Hannover wirkenden Musikwissenschaftlers und Alte-Musik-Experten.
Allerdings bleibt diese Aufnahme eine CD für Kenner. Die hier zu hörende Interpretation ist nicht gerade dazu angetan, aus interessierten Durchschnittshörern Monn-Fans zu machen. Abgesehen davon, dass der Cellist Maté in den Ecksätzen des Konzerts mit Intonationsschwierigkeiten zu kämpfen hat, setzt Rovatkay diese Partituren all zu behäbig und brav in Gang. Der Klang der Capella Agostino Steffani ist zwar schlank und frisch, doch der Ensembleleiter bremst das Erlebnis des Revolutionären mit gemessenen Tempi und sparsamen dynamischen Kontrasten. Monns Wurzeln liegen im tänzerischen Barock, und bei Rovatkay senken sich diese Werke zur ziseliert-höfischem Ballgeplänkel. Fazit: Interessant und schade zugleich.

Oliver Buslau, 06.04.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es liegt etwas Flirrendes, Sommerliches, ungemein Modernes in der französischen Musik zwischen 1900 und dem Erstem Weltkrieg, ein Aufbruch, der erst recht vollzogen werden konnte, als sich ein paar Komponisten gegen die Übermacht der Tonsprache Richard Wagners zu stemmen begannen. Doch was könnte man einer so perfekt ausgearbeiteten, fließenden Romantik entgegenstellen? Diese Frage führte Claude Debussy und Maurice Ravel dazu, sich im spielerischen Umgang mit der Vergangenheit neue […] mehr »


Top