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Vicente Martín y Soler

La capricciosa corretta (Opera buffa)

Josep Miquel Ramón, Marguerite Krull, Yves Saelens, Enrique Baquerizo, Carlos Marin, Katia Velletaz, Les Talens Lyriques, Christophe Rousset

Naive/harmonia mundi AV 8887
(134 Min., 1/2003) 2 CDs

Bei Lorenzo da Ponte denken Musikfreunde zuerst an die berühmte Trias von Mozart-Opern. Noch umfangreicher war die Zusammenarbeit des italienischen Librettisten mit dem spanischen Komponisten Martin Y Soler. Schon im "Don Giovanni" zitiert Mozart Martin Y Solers populäre Oper "Cosa rara". Auch die zweiaktige Buffo-Oper "La Capricciosa Corretta", war 1795 in London erfolgreich und stand bis 1824 auf den Spielplänen - verständlich, denn das Werk ist auch schon auf CD sehr wirkungsvoll.
Es geht, wie im Titel "Die korrigierte Launische oder die Schule der Eheleute" angedeutet, um eine launische zweite Ehefrau, die das Klischee der bösen Stiefmutter bedient, sogar ihrem Mann das Leben schwer macht, am Ende aber ihre Verfehlungen bereut. Verkleidungen, falsche Versprechungen, Verwicklungen und Liebe über Standesunterschiede hinweg - alles was zu einer Opera buffa gehört, ist vorhanden und ist Anlass für herrliche Ensembles und von Martin Y Soler mit einer reizenden, stilistisch zwischen Mozart und Rossini angesiedelten Musik vertont.
Christophe Rousset hat eine Fassung der Oper eingerichtet und im Anschluss an Aufführungen mit seinem Ensemble produziert. Die gut auf einander eingespielte Sängerbesetzung und die Talens Lyriques musizieren auf gewohnt hohem Niveau mit viel Witz, klanglich vielfarbig und abwechslungsreich, festgehalten in einem durchsichtigen, voluminösen Klangbild. Mittels des dreisprachigen Librettos (nicht auf Deutsch) kann man die Texte der Musiknummern und der ausgiebigen Rezitative mit Hammerflügel-Begleitung sehr gut mitverfolgen.
Wahrhaft eine Entdeckung!

Peter Overbeck, 22.06.2004



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