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Ferruccio Busoni

Klavierwerke (Folge 1) – An die Jugend u.a.

Wolf Harden

Naxos 8.555034
(70 Min., 2/2000) 1 CD

Zwischen 1900 und 1920 schauten die meisten Komponisten nach vorne. Das anbrechende zwanzigste Jahrhundert versprach schon gleich zu Beginn, ein Jahrhundert des Aufbruchs zu werden: Debussy und Schönberg, Skrjabin und Strawinsky wollten nichts weniger als die Musik neu erfinden. Ferruccio Busoni war in diesen Jahren der Gährung ein Unzeitgemäßer: Seine Musik lebt aus dem Geist der Vergangenheit, den sie für die Gegenwart neu erfinden und damit retten wollte. Busoni ist im besten Wortsinn ein Klassizist gewesen.
Sein Klavierzyklus „An die Jugend“ ist da programmatisch: Mozart und Bach, aber auch Paganini (nicht umsonst war Busoni auch ein romantischer Klaviervirtuose im Stile Liszts und Thalbergs) sind jene Großen des 19. Jahrhunderts, denen er hier in Zitat, Variation und Transkription ein Denkmal setzt. Auch die barock ausladende „Fantasia Contrappunttistica“ atmet diesen Geist, meditiert eine halbe Stunde in aufregend gespreizter Harmonik über Bachs „Kunst der Fuge“.
Wolf Harden, Pianist des Trios Fontenay, widmet sich dieser Musik mit derselben Akribie und Hingabe, die auch seine Interpretationen im Klaviertrio auszeichnen. Sein runder, satter Klavierton verleiht Busonis Musik romantische Aura. Eine bemerkenswerte Produktion.

Stefan Heßbrüggen, 24.05.2001



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