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Porgy & Bess

Joe Henderson

Verve/Universal Jazz 539 046-2
(53 Min.) 1 CD

Joe Henderson benötigte sicher einige Chuzpe, um sich nach der definitiven Fassung von Miles Davis und Gil Evans an einer neuerlichen Jazzversion von Gershwins einziger Oper zu versuchen. Aber die frühere wird nun bald vierzig Jahre alt und war, vor allem was das Orchester angeht, so jazzig nun auch wieder nicht. Trotzdem: Um jeden Anklang auszuschließen, ist hier der Posaunist Conrad Herwig der einzige weitere Bläser, Neuzugang Stefan Harris spielt Vibrafon, und ein Staraufgebot aus John Scofield (teils akustisch), Tommy Flanagan, Dave Holland und Jack DeJohnette ergänzt das Ensemble.
Große Namen allein garantieren noch keine großen Interpretationen: Würden nicht Gershwins unverwüstliche Melodien den roten Faden abgeben, die Aufnahme entlarvte sich als das, was sie ist: ein hübsches Konzeptalbum, das letztlich altbackener wirkt als sein berühmter Vorgänger. Es fehlt hier spürbar an einer außerordentlichen Persönlichkeit, die aus dieser Produktion mehr als ein gediegenes Fließbandprodukt gemacht hätte. Erneut wird deutlich, wie stark der zwar untadlige, aber früher viel aufregendere Joe Henderson letzthin überschätzt worden ist. Einzig Sting entpuppt sich spätestens mit “It Ain’t Necessarily So” als begabter Jazzsänger, als welcher er sich schon im Soundtrack zu “Leaving Las Vegas” empfohlen hatte.

Mátyás Kiss, 30.04.1997



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