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Summer Night

Philip Catherine

Dreyfus Jazz/Soulfood FDM 36637-2
(56 Min., 5/2002) 1 CD

Am 27. Oktober wurde Philip Catherine sechzig. Das glauben Sie nicht? Als der Sohn einer Engländerin und eines Belgiers in den späten siebziger Jahren im akustischen Duett mit Larry Coryell spielte und dröhnende elektrische Soli mit Charles Mingus aufnahm, der ihn spontan zum "Young Django" ernannte, war er auch schon Mitte dreißig.
Daneben arbeitete er unter anderen mit den Geigern Jean-Luc Ponty, Stéphane Grappelli und Didier Lockwood, leitete immer wieder auch eigene Formationen. Dass jedoch die vorschnelle Assoziation mit Zigeunerjazz seiner Vielseitigkeit nie gerecht wurde, zeigt auch sein neues Album: Während der Bebop Catherines harmonisches Denken schulte, hat der Rock 'n' Roll seiner Jugend unüberhörbar seinen Sound geprägt. Selbst jüngere Musiker wie Bill Frisell scheinen nicht spurlos an ihm vorüber gegangen zu sein.
Für eine glückliche Eingebung halte ich das Engagement des Trompeters Bert Joris, der das Trio mit Philippe Aerts (Kontrabass) und Joost van Schaik (Schlagzeug) auf der Mehrzahl der Stücke verstärkt. Gerade die lyrischen Passagen und die fünf aufeinander folgenden Standards (mit van Schaiks feiner Besenarbeit) beschwören Catherines Tage mit Chet Baker herauf. Alles in allem ein Album, das sowohl die Freunde klassischer Jazzgitarre als auch die Fans von Abercrombie und Scofield zufrieden stellen dürfte.

Mátyás Kiss, 31.10.2002



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