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Mysteries - The Impulse Years

Keith Jarrett

Impulse IMP 41892
(231 Min., 1975 - 1976) 4 CDs

Man freue sich nicht zu früh: Aus einem sicherlich guten, aber mysteriös bleibenden Grund ist nur die zweite Hälfte von Jarretts Schaffen für das amerikanische Avantgarde-Etikett Impulse in dieser Box enthalten - genauer: “Shades”, “Mysteries”, “Byablue” und “Bop-Be”, von denen er je zwei in dreitägigen Sitzungen bewältigte, um einen unliebsamen Plattenvertrag zu erfüllen.
Jarrett musste diese herkulische Tat allerdings nicht allein vollbringen: Sein alter Trio-Weggefährte Paul Motian und die Coleman-Schüler Charlie Haden und Dewey Redman waren mit von der Partie. Dies erste Keith-Jarrett-Quartett, das Freebop mit einem leichten Ethno-Einschlag verband, wurde hierzulande neben seiner erfolgreichen ECM-Karriere kaum wahrgenommen.
Zu Recht? “Mysteries” zeigt natürlich keinen ganz anderen Jarrett, aber - vor allem bei der späteren Aufnahme mit Stücken seiner Mitspieler - einen um Ausgleich der Kräfte bemühten. Trotzdem wünschte ich mir in den hymnischeren Momenten weniger zeittypisches Geplänkel (zusätzliche Perkussion: Guilherme Franco) und mehr Konzentration auf die einfache Schönheit einer einstimmigen Melodie. So leid es mir tut: Redman, Haden und Motian kommen anderswo durchweg besser zur Geltung, und auch die Bonustitel für den Sammler eröffnen keine neuen Ausblicke. Am stärksten wirken auch heute noch (oder wieder?) die wenigen unbegleiteten Träumereien am Klavier.

Mátyás Kiss, 31.05.1997



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