Responsive image

In The Moment - Live In Concert

Dianne Reeves

Blue Note/EMI 7243 5 25141 2
(74 Min., 2000) 1 CD

Die mal brasilianischen, mal sanft angerockten Rhythmen auf Reeves' achter Blue-Note-Aufnahme lassen - im Widerspruch zur Labeltradition - mehr an ein Pop-Album denken als an eine Jazzplatte. Aber wer George Duke, den Cousin der Sängerin, als Produzenten beschäftigt, wird dies zumindest billigend in Kauf nehmen.
Falls Sie also die verschwindend geringe Jazzneigung der fünfköpfigen Begleitcombo verschmerzen können, dürfen Sie sich mit der Gesangsstimme trösten: Gerade in der Konzertsituation erweist sich Dianne Reeves als in der Wolle gefärbte Improvisatorin und Melodienerfinderin - sogar ihre Ansagen und Überleitungen trägt sie singend vor. In den eigenen Texten erzählt sie meist Geschichten aus ihrer Jugend, die fremden nutzt sie als Vehikel für kürzere oder längere Scat-Einlagen. Ihre von den Vorlagen weitgehend unabhängigen Interpretationen durchtränkt Dianne Reeves mit einem starken Gospel-Feeling, das auch substanzärmere Lieder zu inbrünstigen Hymnen auf das Leben veredelt. Fazit: Ein ihrem stimmlichen Können würdiges, längst überfälliges Live-Dokument, das mit einem Jazzbläser und ohne Synthesizer noch stärker geraten wäre.

Mátyás Kiss, 20.07.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top