Responsive image

Kisses In The Rain

John Pizzarelli

Telarc/In-Akustik CD-83491
(55 Min., 6/1999) 1 CD

Der vierzigjährige John Pizzarelli ist ein feiner, jedoch bei uns wenig bekannter Musiker. Das könnte sich jetzt, angesichts der neuen Beliebtheit handgemachter, swingender Klänge, durchaus ändern. Der Sohn von Bucky Pizzarelli, dem langjährigen Gitarristen von Benny Goodman, spielt nicht nur wie sein Vater eine siebensaitige, halbakustische Gitarre - er hat denselben natürlichen Zugang zu einer Musik, die ihre erste Blüte zwanzig Jahre vor seiner Geburt erlebte. Ausdrücklich verweist Pizzarelli auf das erste Trio von Nat King Cole, dem er zwei CD-Programme gewidmet hat. Auch das John-Pizzarelli-Trio ist mit Klavier (Ray Kennedy), Gitarre und Kontrabass (Johns Bruder Martin) besetzt; das Repertoire entstand überwiegend vor der Jahrhundertmitte, und auch die wenigen Neuschöpfungen atmen den Geist einer versunkenen Ära der Unterhaltungskunst.
Pizzarellis Gesang wurde einmal ganz treffend als Kombination aus dem Lächeln Coles und der Sanftheit des jungen Chet Baker beschrieben. Pizzarelli muss allerdings weder durch Entertainer-Qualitäten von einer dunklen Hautfarbe ablenken noch eine feminin anmutende Sensibilität verteidigen - im Gegensatz zu den Beboppern wirkt er wie viele weiße Swingmusiker fast erschreckend normal und robust. Es können schließlich nicht alle verkrachte Existenzen sein.

Mátyás Kiss, 06.04.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top