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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Secret Story

Pat Metheny

Nonesuch/Warner 7559-79981-0
(94 Min., 1991 - 1992) 2 CDs

Als Pat Metheny im Herbst und Winter 1991/92 das Album "Secret Story" einspielte, nutzte er die damals modernste Studiotechnik: ein Synclavier, dessen Samples ihm erlaubten, einen Dummy des gesamten Projekts auf Festplatte vorzuplanen. Die reine Synthesizerfassung habe gut geklungen, erklärte er damals. Dann aber ersetzte er einen Sample nach dem anderen, indem er die Kontrabassisten Steve Rodby und Charlie Haden, den Mundharmonikavirtuosen Toots Thielemans und schließlich sogar ein Londoner Streichensemble unter Jeremy Lubbock engagierte. Dessen Dienste hatten zuvor schon Barbra Streisand, Madonna und Lionel Richie in Anspruch genommen. Um die Datenmenge zu beherrschen, mussten schließlich noch zwei Vierspur-Digitalmaschinen mit dem Rechner gekoppelt werden. Den 14 Titeln der Originalveröffentlichung ist der gigantische Aufwand nicht anzuhören. In ihnen vereinigte sich, was Pat Metheny in den davor liegenden Jahren beschäftigt hatte: Asiatische Ethno-Elemente, minimalistische Wiederholungsfiguren und der flauschige Wohlklang weit geschwungener Gitarrenmelodien über satten Basslinien und raumfüllenden Synthesizerklängen. Die zum 15. Jahrestag der 1992 mit einem Grammy ausgezeichneten Veröffentlichung erschienene Sonderausgabe bringt auf einer zweiten Scheibe fünf Bonustracks. Vier davon sind besinnlicher als die Titel auf dem Originalalbum, und der fünfte wirkt bewegt und fröhlich. Keiner davon hat die Dichte und Substanz der 1992 veröffentlichten Stücke. Sie wirken, als habe Pat Metheny damals darauf verzichtet, sie vollends fertigzustellen.

Werner Stiefele, 06.10.2007



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