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Montreux '77

Ray Bryant

Pablo/ZYX OJC20 371-2
(49 Min., 7/1977) 1 CD

Es tut gut, zu erfahren, dass der Impresario Norman Granz neben seinem Schützling Oscar Peterson gelegentlich auch andere Pianisten zum Zuge kommen ließ - vor allem, wenn es sich um jemanden handelt, dem die rechte Anerkennung bis heute verwehrt blieb.
Eigentlich ist diese Vernachlässigung nicht zu verstehen, denn der heute siebzigjährige Ray Bryant spielte bereits in den fünfziger Jahren mit so vielen Hardbop- und Mainstream-Legenden, dass allein ihre Nennung den Umfang dieser Rezension sprengen würde. Daneben schrieb er mit "Cubano Chant" einen modernen Standard, doch auf seine pianistischen Fähigkeiten, die durch seine Anpassungsfähigkeit an den jeweiligen Bandleader verdeckt geblieben waren, wurde man erst in den siebziger Jahren aufmerksam, als er als Solist aufzutreten begann.
Aus einer kleinen Serie für die Nachwelt konservierter Solo-Recitals stammt auch "Montreux '77" mit einem für Bryant typischen Programm aus Ellingtonia, Standards, Blues und Spirituals. Er setzt meist Bluesimprovisationen in der rechten Hand gegen Stride- oder Boogie-Woogie-Bässe der linken - das ist zwar publikumswirksam, beginnt aber nach spätestens einer halben Stunde sich abzunutzen.

Mátyás Kiss, 22.08.2002



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