Responsive image

Serenade

Carolyn Breuer

RCA/Sony BMG 74321 99917 2
(50 Min., 11/2001) 1 CD

Eine solche Chance bekommen Jazzmusiker selten. Immerhin spendierte Radio Netherlands der Alt- und Sopransaxofonistin Carolyn Breuer eine komplette Produktion mit den Top-Musikern des Concertgebouw Chamber Orchestra. Solche Kosten selbst aufzubringen, kann sich kaum ein Musiker leisten, und angesichts der Umsatzflaute gehen Plattenfirmen das enorme finanzielle Risiko allenfalls bei etablierten Stars ein. Die Saxofonistin packte die Gelegenheit beim Schopf und ließ sich von Henk Meutgeert und Rob Horsting Arrangements schreiben, die weit über das übliche Niveau von Jazz und Symphony hinausgehen. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen setzten sie nicht nur die Akkordarbeit der linken Hand eines Pianisten in Streicherklänge um, sondern schufen für das Orchester mehrstimmige, zudem gefällige Klänge. Eine Jazz-Rhythmusgruppe versieht die acht Stücke mit einer swingenden Basis, aus der sich Carolyn Breuers Saxofon angenehm abhebt. Sie wiederum bläst so melodienreich und gefühlvoll, dass eine schöne Platte für gemütliche Sommerabende auf der Veranda oder lauschige Winterabende auf dem Sofa herausgekommen ist. Carolyn Breuers Variante des Easy Listening hat Niveau, und das weiß auch das Management von Radio Netherlands und bietet im Booklet anderen Rundfunkanstalten weitere Aufnahmen aus dem reichen Fundus der Eigenproduktion zur Übernahme an. Denn die Holländer wissen: Carolyn Breuers “Serenade” ist ein gutes Aushängeschild.

Werner Stiefele, 21.06.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top