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Franz Berwald

Sinfonien Nr. 1 - 4

Jenaer Philharmoniker, David Montgomery

Arte Nova/BMG 74321 37862 2
(129) 2 CDs

Die Werke Franz Berwalds (1796—1868), des bedeutendsten schwedischen Komponisten, entziehen sich einer klaren stilistischen Einordnung zwischen Klassik und Romantik, zwischen Schubert, Mendelssohn und Berlioz. Damit stieß er auf Ablehnung bei den Zeitgenossen und konnte als Unternehmer größere Erfolge erzielen als mit seinen Kompositionen.
Aus Anlass seines 200. Geburtstages wurden seine bekanntesten Werke, die vier Sinfonien, eingespielt, die er in kurzer Zeit zwischen 1842 und 1845 vollendete. Berwald verbindet in ihnen auf individuelle Weise weitgehend klassische Strukturen mit romantischen Melodiebögen und mit einer vielfarbigen und originellen Instrumentation; die unterschiedlichen Charaktere der Einzelwerke unterstrich er mit treffenden Beinamen.
David Montgomery und das Philharmonische Orchester Jena treffen diese unterschiedlichen Grundstimmungen sehr gut. Die großen melodischen Bögen in den Kopfsätzen und den Adagios, eine schwierige Aufgabe für jeden Dirigenten, entfalten sich, ohne in Einzelepisoden zu zerfallen. Montgomery erliegt erfreulicherweise nicht der Versuchung, den Zusammenhalt der Form durch zügiges, aber flüchtiges Hinwegspielen über Details zu erreichen. Vielmehr entsteht in überwiegend zurückgenommenen Tempi gegenüber den Zeitangaben des Komponisten eine Grundspannung, die trotzdem Raum lässt für viele Perlen der Instrumentation, besonders in den Holzbläsern, und auch nicht auf den Drive in den Finalsätzen verzichtet. Das Philharmonische Orchester Jena meistert die anspruchsvollen Partituren, abgesehen von kleinen Schwächen in Intonation und Zusammenspiel, mit engagiertem und weitgehend präzisem Spiel.

Peter Overbeck, 31.05.1996



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