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Richard Wagner

Parsifal

Christopher Ventris, Waltraud Meier, Matti Salminen, Thomas Hampson, Tom Fox, Bjarni Thor Kristinsson, Festspielchor Baden-Baden, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Kent Nagano, Nikolaus Lehnhoff

BBC Opus Arte/Naxos OA0915D
(317 Min., 8/2004) 3 CDs, incl. illustrierter Inhaltsangabe u. Dokumentation

In Wagners letzter Oper, dem Bühnenweihfestspiel "Parsifal" von 1882 wandelt sich die Titelfigur vom "reinen Toren" zum Erlöser und neuen Herrscher der Gralsgemeinschaft. Im Mitschnitt aus dem Festspielhaus Baden-Baden fasst Regisseur Lehnhoff die religiöse Handlung um Sünde, Erlösung und heilsbringender Gralsenthüllung allgemeiner: Die im Verfall begriffene Gralswelt wird durch Parsifal mit neuem Sinn erfüllt und aus dem "Menschheitstunnel" zum Licht geführt. Das erstmals 1999 vorgestellte Konzept wurde - wenngleich vielfach Wagners Vorlage uminterpretierend - konsequent und schlüssig umgesetzt mit spartanischem Bühnenbild, gewöhnungsbedüftigen Kostümen und stark reduzierter Requisite, dafür umso ausgeklügelterer Lichtregie. Das Verständnis des Konzepts erleichtern eine beigegebene einstündige Dokumentation mit Statements der Mitwirkenden und eine bebilderte Inhaltsangabe. Stimmlich und darstellerisch überzeugen vor allem Matti Salminen als omnipräsenter Gurnemanz sowie Thomas Hampson als rastlos umherirrender König Amfortas, außerdem (mit leichtem Akzent) Christopher Ventris in der Titelpartie und der Festspielchor.
Die Musiker des DSO, hier einmal in der Rolle eines Opernorchesters, präsentieren sich unter ihrem opernerfahrenen Chef Nagano, der bisweilen zügige Tempi anschlägt, auf hohem Niveau. Das Klangbild kommt im Surround-Sound ungewohnt durchsichtig daher. Ein Parsifal, der zwar eine besondere Auseinandersetzung mit dem Konzept erfordert, dieses aber überzeugend und mit opulentem Orchester- und Stimmklang präsentiert.

Peter Overbeck, 14.05.2005



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