Responsive image
Antonio Vivaldi

Flötenkonzerte RV 445, 441, 86, 92, 312, 84, 428

Dorothee Oberlinger, Ornamente 99

Marc Aurel Edition MA 20015
(68 Min., 5/2001) 1 CD

Neben den bekannten Flötenkonzerten op. 10 hat Antonio Vivaldi noch eine Fülle anderer konzertanter Werke für das Holzblasinstrument geschrieben, von denen die Flötistin Dorothee Oberlinger hier einige vorstellt - und dabei dem "Hit" aus Opus 10 ("Il Gardellino") das effektvolle Schlusswort überlässt. Die Interpretation ist frisch und transparent, auch sehr farbig, aber in keiner Weise von den exzentrischen Grenzwerten hinsichtlich Tempo und Dynamik geprägt, denen Vivaldi heute oft ausgesetzt wird.
Dadurch mag diese Aufnahme so manchem etwas brav erscheinen; ein Blick ins sehr dicke Beiheft verrät jedoch, dass sich die Künstler ihrer sehr bewusst sind und ihre Anwendung genau begründen können. In einem hier abgedruckten Interview wird der Ansatz dieser Interpretation deutlich: Barocke Kunst ist Stilisierung, keine ungeschminkte Darstellung von Natur. Sie ist Verkleidung, Verkleidung allerdings auch natürlicher Phänomene wie Vogelgesang und das Schimmern des Mondes in der Oberfläche der Lagune - alles Eindrücke, die sich in Vivaldis Musik wiederfinden.
Musikwissenschaftlich interessierte Hörer finden im Programm eine rekonstruierte Version des Flötenkonzerts RV 312 - nebst eingehendem, umständlich geschriebenen Einführungsartikel, dessen Sinn sich auch nach der ersten Seite nicht erschließt. Fazit: Vivaldi wird gut gespielt. Dass durchaus nötige theoretische Drumrum hätte man auch kompakter darbieten können.

Oliver Buslau, 12.12.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Vielsaitig: Nun haben auch die mit ordentlich Trommelrühren aufgebauschten, und trotz allem nur an einigen Hotspots so richtig in Fahrt gekommenen Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Jacques Offenbachs ihren Höhepunkt erreicht. Dennoch muss man feststellen, dass sich die Musikwelt noch immer nicht so recht für den Kölschen Jung erwärmen kann. Ob das daran liegt, dass er in eine Kerbe gehauen hat, in die ihm danach niemand mehr zu folgen verstand? Dabei gehörte Jakob Offenbach schon in […] mehr »


Top