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Skylark

Paul Desmond

CTI/Legacy/Sony ZK 65133
(54 Min., 12/1973) 1 CD

Offenbar freiwillig stand der intellektuell-verschmitzte Paul Emil Breitenfeld zeitlebens im Schatten seines Arbeitgebers Dave Brubeck. (Den griffigeren Nachnamen Desmond fand er im Telefonbuch.) Dabei verdankte Brubeck dem Altsaxofonisten seinen größten kommerziellen Erfolg, auf den er sich in “Take Ten” auch hier bezieht.
“Skylark”, Desmonds erstes Album auf CTI, entnehme ich einem Stoß von zehn Neuauflagen des bei Jazzfreunden für Naserümpfen sorgenden Labels: Selbst wenn wir uns in stilistischer Toleranz üben, stehen uns CTIs Absonderlichkeiten historisch noch so nahe, dass sie nach wie vor zweifelhaft wirken: wüst zusammengewürfeltes Songmaterial, aus dem Bebop- und dem Popjazz-Lager rekrutierte, wirre Besetzungslisten sowie eine Mixtur akustischer und elektrischer Klänge in radiotauglich überproduzierten Arrangements.
Für Entschädigung sorgen viele Bonustitel, ansprechende Papphüllen - und einige Solisten: Desmonds ätherisch, ja apollinisch wirkender Ton, der wiederum als bloßes Transportmittel für die verschwenderische Ideenfülle dient, die seinem Gehirn in vollkommener lyrischer Form so vermeintlich mühelos entströmt, beschert uns auch hier ungetrübte Wonnen.

Mátyás Kiss, 31.03.1998



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