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New Beginnings

Terell Stafford

Maxjazz MXJ 402
(58 Min., 1/2003) 1 CD

Wenn nur alle Neuanfänge so schön, ausgeglichen und romantisch wären! Terell Stafford, dessen Referenzen ins Lincoln Center Jazz Orchestra, die Mingus Big Band und das Village Vanuguard Jazz Orchestra reichen, bläst in "Le Maurier" und "Blame It On My Youth" herrlich weiche Flügelhornsoli, während er in "Berda’s Bounce" und "The Touch Of Your Lips" seine knackige Hard Bop-Seite hervorkehrt. Für ihn slapt Derrick Hodge in "Selah" funky auf dem Elektrobass - eine Ausnahme, denn sonst swingt er ganz hervorragend auf dem akustischen Bass. Würden nicht viel zu viele Jazzfans den Begriff "Mainstream" als Schimpfwort auffassen, könnte man die Platte unbefangen als stimmungsvolle, abwechslungsreiche Mainstream-Scheibe kategorisieren. Sie ist überhaupt nicht modern, sie ist nur im Herausfinden eines persönlichen Stils von Terell Stafford innovativ. Sie hat nichts Brandneues. Aber warum auch? Die "New Beginnings" von Terell Stafford sind einfach gut. Wer Musik für den Hintergrund braucht, kann sie unbesonnen einlegen. Wer aber seine Ohren spitzt, wer auf Rhythmuswechsel achtet, wer der Interaktion in der Band hinterher hört, wer klug konstruierte Arrangements mag, der kommt aus dem vergnüglichen Staunen nicht mehr heraus. Denn die Quartett- und Quintett-Einspielungen sind von einer unglaublich hintergründigen Raffinesse. Eine so elastisch und einfallsreich swingende Rhythmusgruppe, wie sie der Pianist Mulgrew Miller, der Bassist Derrick Hodge und der Schlagzeuger Dana Hall bilden, sind in der aktuellen Jazzszene äußerst rar. Wenn sich zu ihnen Terell Stafford und entweder einer der Altisten Steve Wilson, Dick Oats und Jesse Davis oder der Tenorist Harry Allen gesellen, entstehen faszinierende Stücke, wie sie nur wenige große Musiker einspielen können. Also: allerfeinster Mainstream für Genießer.

Werner Stiefele, 30.08.2003



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