Responsive image

E_L_B

Peter Erskine, Nguyên Lê, Michel Benita

ACT/Edel contraire 9289-2
(59 Min., 10/2000) 1 CD

Der Franzose Ngyuên Lê zählte in den neunziger Jahren zu den wichtigsten neuen Namen der europäischen Jazzszene. Mit den Alben "Tales From Viêt-Nam" und "Maghreb And Friends" bezog er Elemente aus der Heimat seiner Eltern und seiner nordafrikanischen Freunde in die eigene Musik ein. Im Trio ELB, benannt nach den Initialen der Familiennamen der Mitglieder, zeigt er eine neue Seite: Lê integrierte vieles, was er bei Gitarrenkollegen hörte, ins eigene Konzept. So erinnert das getragene "Autumn Rose" an die Country-Adaptionen Bill Frisells, und einige Passagen von Peter Erskines Nummer "Bass Desires" erwecken den Eindruck, der Norweger Terje Rypdal sei für die Elektroklänge zuständig. Andere Titel grooven, als seien sie wie viele Stücke aus der Feder von John Scofield vom Rhythm & Blues beeinflusst.
Doch bei all dieser Nähe zu großen Kollegen bringt Ngyuên Lê genügend eigene musikalische Substanz mit, um nicht zum Plagiator zu verkommen. Harsch und sensibel, explosiv und suchend klingt seine Gitarre. Peter Erskine am Schlagzeug unterstützt ihn dabei mit feinnerviger Rhythmusarbeit, und der Bassist Michel Benita verschafft der Musik ein flexibles Rückgrat. Dank Jan Erik Kongshaugs sensibler Tonmeisterarbeit klingt die Platte sehr präsent, jedoch keinesfalls aufdringlich. Dies bekommt den abwechslungsreichen Gitarrennummern bestens.

Werner Stiefele, 05.04.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es generierte durchaus Schlagzeilen, als der Musikwissenschaftler Timo Juoko Herrmann vor gut vier Jahren eine bisher unentdeckte, womöglich gemeinschaftlich entstandene Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri und einem gewissen Cornetti im Prager Nationalmuseum wiederentdeckte – es handelte sich um die Kantate zur Genesung der Sängerin Nancy Storace „Per la ricuperata salute di Ofelia“ KV 477a auf ein Libretto von Lorenzo da Ponte. Dass sie ausgerechnet Timo Juoko […] mehr »


Top