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Port Of Call

Silje Nergaard

Emarcy/Universal 6 01215 76872 5
(46 Min.) 1 CD

Wie die meisten Neuheiten der Labels Verve und Emarcy ist auch diese Veröffentlichung keine Jazzplatte. Sie bemüht sich allerdings, den Eindruck zu erwecken, sie wäre eine, um vom Nimbus des Wortes zu profitieren. Dem einstigen Markennamen Emarcy tun die Verantwortlichen damit jedenfalls keinen Gefallen.
Und Silje Nergaard ebensowenig. Dass sie keine ausgebildete oder übermäßig persönliche Stimme besitzt, ginge ja noch an. Auf dem Terrain viel gesungener Standards aber ist die Konkurrenz groß - zu groß. Mit den menschlichen Dramen einer Billie Holiday ("Don't Explain") legt sich keine ungestraft an. Selbst "Bewitched, Bothered And Bewildered" habe ich auf Sinéad O'Connors unterschätzter Nostalgieplatte weit erotischer gehört, und wenn es Cole Porters "Everytime We Say Goodbye" schon in einer Pop-Version sein muss, dann von Annie Lennox.
Hingegen gefällt mir Stings "If You Love Somebody" - mit coolem E-Piano im Stil der Siebziger begleitet und auf spannende Weise zertrommelt - von Silje Nergaard sehr gut. Aber so richtig altmodisch melodiös zu werden, wie auf dem von Salonorchester begleiteten "The Waltz", das traut sie sich erst dort, wo eine jazznahe Phrasierung oder ein improvisatorischer Umgang mit den Harmonien von ihr gar nicht verlangt werden: beim Selbstkomponierten. An das sollte sie sich in Zukunft halten - am besten auf einem Pop-Label, wo sie hingehört. Womit wir wieder bei der Eingangsfrage wären: Schämen sich Plattenfirmen neuerdings, Popalben auch als solche zu vermarkten?

Mátyás Kiss, 07.09.2000



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