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Flights Of Fancy (Trio Fascination 2)

Joe Lovano

Blue Note/EMI 5 27618 2
(68 Min., 6/2000) 1 CD

Dass Joe Lovano einer der führenden Tenoristen unserer Tage ist, muss als Binsenweisheit kaum eigens erwähnt werden. Dass er, seinem jüngeren Kollegen James Carter nicht unähnlich, die ganze Saxofon- und Klarinettenfamilie glänzend beherrscht und sogar als mehr denn passabler Schlagzeuger gelten kann, ist schon weniger Allgemeingut.
Wenn Lovano also im Trio spielt, bedeutet dies, anders als noch beim jungen Sonny Rollins selbstverständlich, nicht unbedingt Tenor - Bass - Schlagzeug. Besonders pikant wird die Besetzungsfrage nun auf der Fortsetzung seines weithin gerühmten Trioalbums mit Dave Holland und Jack DeJohnette ("Trio Fascination 1", für das er sich nicht einfach ein weiteres, namhaftes Rhythmusteam ins Studio geholt hat, sondern mehrfach alternierend immer zwei Triopartner, von denen nur Cameron Brown und Idris Muhammad die erwarteten Rollen einnehmen.
Zum Schlagzeuger Joey Baron hat er sich den zweiten Bläser Billy Drewes ausgesucht, zum Pianisten Kenny Werner den legendären Mundharmonikaspieler Toots Thielemans eingeladen, und mit dem Bassisten Mark Dresser stand der Trompeter Dave Douglas vor den Mikrofonen. Die in nur zwei Tagen eingespielten Ergebnisse dieser Treffen fand ich auch bei wiederholtem Hören nicht immer zwingend, doch kamen sie mir immerhin durchweg interessant und stellenweise tatsächlich faszinierend vor.
Es bleibt die Frage, ob Lovano, offenbar vom Fassungsvermögen der CD unter Druck gesetzt, seinem Drang, den Hörer durch Abwechslung bei der Stange zu halten, etwas zu sehr nachgegeben hat. Vielleicht wäre die Zusammenfassung in mehrere Großabschnitte in gleicher Besetzung, wie sie Steve Turre letzthin überzeugend vornahm ("In The Spur Of The Moment"), die weisere Entscheidung gewesen?

Mátyás Kiss, 24.05.2001



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