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Shapes

Wolfgang Haffner

ACT/Edel 9603-2
(61 Min., 10/2005) 1 CD

Mit Shapes sei ihm ein Album gelungen, "in dem viel Luft, viel Raum ist", sagt der Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Die zwölf Titel sind tatsächlich angenehm luftig arrangiert, was den Hörern die Möglichkeit verschafft, die musikalischen Gedanken in der eigenen Fantasie nachwirken zu lassen und eventuell sogar fortzuspinnen. Andererseits bieten die Vielfalt der Sounds und die Varianten der aus der weiten Popwelt zwischen Techno und Hip Hop inspirierten Rhythmen stets neuen Anreiz zum Hinhören. Diese Rhythmen, entweder manuell auf dem Schlagzeug erzeugt oder digital in Computern, verleihen den Titeln eine konstant pulsierende Basis. Clever verändert Haffner permanent die Färbung und - stellenweise - Platzierung im imaginären Raum zwischen den Boxen. Deren Konstanz ermöglicht es, dass die anderen Instrumente kürzelartige Melodien einstreuen, deren Fortführung manchmal sogar ein zweites Instrument übernimmt, so dass der prägende Charakter des Stücks durch dieses Zusammenwirken entsteht. Zwei Stuttgarter Musiker, der Trompeter Sebastian Studnitzky und der Gitarrist Frank Kuruc, sind Dank ihrer Erfahrung als Pop-Produzenten und Mitglieder in Pop-Bands hervorragend auf dieses hellwache Spiel des NuJazz prädestiniert, zumal beide von Haus aus gestandene Jazzer sind. Der Bassist und Cellist Lars Danielsson und der Posaunist Nils Landgren bringen in diese Titel zusätzliche Farbe. Dabei bekommt es der Platte bestens, dass die Besetzung variiert und nicht jeder Musiker in jedem Titel präsent ist und sich bläserfreie mit bläserdominierten Stücken abwechseln. So intelligent und abwechslungsreich wie auf "Shapes" wird NuJazz nur selten gespielt.

Werner Stiefele, 02.06.2006



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