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Johann Sebastian Bach

Musikalisches Opfer u.a.

Ensemble Aurora, Enrico Gatti

Arcana/Helikon Harmonia Mundi A 306
(62 Min., 11/1999) 1 CD

Bachs Spätwerk ist bestimmt kein „easy listening“. Das gilt in besonderem Maße für das „Musikalische Opfer“: Rätsel-Kanons, deren Einsätze von den Spielern selbst herausgefunden werden müssen, kanonische Fugen „in epidiapente“ (da versagt selbst mein Musiklexikon) und als Höhepunkt eine sich doch ein wenig in die Länge ziehende Trio-Sonate.
Eine solche Sammlung musikalischer Kostbarkeiten muss einem schmackhaft gemacht werden. Leider scheint das hier tätige Ensemble Aurora vor der stupenden musikalischen Gelehrsamkeit Bachs in Ehrfurcht zu erstarren. Das ist zwar verständlich, aber verleiht der Musik genau jene Steifheit, die Zeitgenossen gern an ihr bekrittelt haben. Inzwischen gibt es genügend Interpreten, die in ihrer Darstellung dieser komplizierten Materie mit mehr Elan zu Werke gehen (kürzlich der Cembalist Davitt Moroney und seine Mitstreiter).
Die Zugaben im Programm des italienischen Ensembles Aurora sollen wohl einen heiteren Kontrapunkt zum „Musikalischen Opfer“ liefern. Doch lassen die G-Dur-Violinsonate BWV 1021 und die G-Dur-Triosonate BWV 1038 ebenfalls an rhetorischer Eindringlichkeit zu wünschen übrig: Aus vielen Seufzerdetails mag sich kein Gesamtbild fügen.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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