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Jean-Philippe Rameau

Nouvelles usites de píèces de clavecin (Suiten in A und G)

Alexandre Tharaud

Harmonia Mundi HMC 901754
(63 Min., 5/2001) 1 CD

Junger Pianist spielt alten Clavecinisten - nicht schlecht, diese Versuchsanordnung, auch aus marketingtechnischen Aspekten. Jean Philippe Rameaus Cembalowerke sind - anders als etwa die Domenico Scarlattis - noch immer eine Rarität auf dem modernen Flügel. Zu Unrecht? Oder sind sie mit ihren raffinierten Verzierungen, ihren wechselnd fülligen und fragilen Texturen nicht doch zu spezifisch für ihr Instrument komponiert?
Zu Anfang von Alexandre Tharauts Einspielung scheint sich enttäuschend wenig zu tun im Reagensglas: In der ausgedehnten Allemande der Suite in A und in der ihr folgenden Courante will sich das Substrat nicht lösen: zwar fällt schon hier Tharauts singende rechte Hand auf. Doch in der Mittellage und im Bass bildet sich ein flockiger Niederschlag, der von den sehr gewissenhaft, aber noch immer zu polternd ausgeführten langen Trillern und Mordenten herrührt.
Erst nach dem dritten Track wandelt sich das Bild: hier beginnen die knapper und bizarrer formulierten Charakterstücke und hier hört auch der Rameau-Kenner Details, die auf dem Cembalo untergehen. Zwischen neckischen Prallern in kristallener Höhe und kerniger Tiefe eilen feine Läufe durchaus cembalesk hin und her, das romantische Herz aber bewegen die innig gesungenen Mittelstimmen. Noch hat Tharaut nicht alle Antworten auf Rameau gefunden, aber faszinierend ist es allemal, wie elegant sich dieser gewandte Tänzer mit seinem derben Schuhwerk schließlich auf dem poliertem Parkett bewegt. Mehr als ein Experiment!

Carsten Niemann, 20.12.2001



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