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The Willies

Bill Frisell

Nonesuch/Warner Jazz 75589-79652-2
(66 Min.) 1 CD

Einst der innovativste und einflussreichste E-Gitarrist der achtziger Jahre, scheint sich Bill Frisell mit fünfzig endgültig den (weißen) Americana verschrieben zu haben, in deren Kontext der Jazz nur eine Farbe unter vielen bildet. Statt dessen sind Country und Bluegrass ins Zentrum seines Interesses gerückt, wie spätestens vor zwei Jahren mit seinem faszinierenden ersten Soloalbum "Ghost Town" deutlich wurde.
Damit will ich weder sagen, Frisell mache schlechtere Musik als vorher, noch, dass es darin keine Improvisation gäbe; aber er gesellt sich nun - auch durch die zunehmende Konzentration auf akustische Klänge - eher zu Interpreten vom Schlage eines Ry Cooder. Ähnlich wie bei diesem ("Paris, Texas") eignet sich Frisells Musik nun vorzüglich zur Untermalung von Filmen, wobei sie im selben Maße ihre ästhetische Eigenständigkeit einbüßt.
Wenn man Frisells neue CD, die er im Trio mit einem Bassisten und einem Banjospieler realisiert hat, einlegt und kurz aus dem Zimmer geht, gerät man leicht ins Grübeln darüber, wer denn vorhin den Fernseher eingeschaltet haben könnte: Es fehlen nur die einschlägigen Dialogfetzen. So weit von Bob Dylans legendärem Soundtrack zu "Pat Garrett & Billy The Kid" ist diese Produktion gar nicht entfernt - sie geriet nur doppelt so ausführlich.

Mátyás Kiss, 04.07.2002



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