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Johann Sebastian Bach

Messe h-Moll

Nicole Heaston, Theodora Hanslowe, Ellen Rabiner, Mark Tucker, Nathan Berg, Boston Baroque

Telarc/In-Akustik 2 CD-80517
(104 Min., 05/1999) 2 CDs

Wenn diese Einspielung tatsächlich „den hohen Stand der Bachdeutung in den USA“ manifestiert, dann befindet sich diese noch auf dem Weg zu Nikolaus Harnoncourt oder schon wieder auf dem Rückweg zu Helmuth Rilling. Hier präsentiert sich ein hervorragender, elastischer, homogener, stimmtechnisch überlegener Chorklang, lebensvoll weil nicht nur auf Perfektion bedacht, aber doch auf weite Strecken im Schönklang ertrinkend und nicht genügend auf die vom Text erforderte Artikulation durchgearbeitet.
Prachtvoll durchmessen etwa die Bässe den Kosmos im „Sanctus“, klug proportioniert die Steigerung im „Dona nobis“. Immer wieder aber wird die so prägnante Seufzerbewegung durch breiten Legatogesang verschenkt. Eine ähnliche Artikulationsverweigerung findet auch im Orchester statt, in dem neben den wunderbaren Holzbläsern die Streicher etwas unterbelichtet erscheinen.
Die Solisten singen mit Ausnahme des Tenors für unsere europäischen Erwartungen zu aufwändig "Konzert“. Da erscheint bei den Damen der Weg zur "Carmen“ doch ein wenig zu kurz. Die Aufnahme beweist jedoch insgesamt ein geschlossenes Konzept und ist darum durchaus zu empfehlen – vorausgesetzt, man schätzt diesen Interpretationsstil.

Alfred Kornemann, 01.12.1999



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