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N° 1289
21. - 27.01.2023

nächste Aktualisierung
am 28.01.2023



„Manche mögen mein Spiel, machen mögen es vielleicht nicht. Aber ich glaube nicht, dass ich jemanden gelangweilt habe.“ Mit diesen Worten hat der aus Odessa stammende Pianist Shura Cherkassky einmal ziemlich treffend sein Ansehen und seine Künstlerschaft auf den Punkt gebracht. Denn wenn auch es nicht allen gefiel, was der Mann mit seinen beiden bewundernswert tat- und schlagkräftigen Pranken da veranstaltete, ließen sie sich dann doch wohl insgeheim von seinem pianistischen Temperament mitreißen.
Dass Cherkassky auch nach einer bereits jahrzehntelangen Virtuosenkarriere im höheren Alter von 74 Jahren packend, spannungsgeladen und nach Herzenslust zulangen konnte, bewies er 1983 bei einem Londoner Konzert mit Franz Liszts 1. Klavierkonzert. Zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra unter Norman Del Mar ließ Cherkassky da in der Royal Albert Hall die Funken sprühen, dass es nur so ein Genuss und Spaß ist.
Aber auch beim Live-Mitschnitt des 2. Klavierkonzerts von Camille Saint-Saëns, der ebenfalls aus den BBC-Archiven stammt und jetzt erstmals auf CD veröffentlicht wurde, kann man nur von Cherkasskys perlender Brillanz und seiner salonhaften Eleganz schwärmen (dabei stand ihm 1983 diesmal das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle zur Seite). Abgerundet wird die Erinnerung an diesen großen Pianisten von Aufnahmen u.a. von Beethovens „Eroica-Variationen“ sowie der herrlich oktavengesättigten und zugleich verführerisch parfümierten Paderewski-„Humoresques de concert“.

Guido Fischer, 21.01.2023



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