home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image
Charles Koechlin

„The Seven Stars’ Symphony“, „Vers la voûte étoilée“

Sinfonieorchester Basel, Ariane Matiakh

Capriccio/Naxos C5449
(57 Min., 1/2021)

1933 machte sich der Filmfan Charles Koechlin an die Arbeit eines einzigartigen Orchesterwerks. Denn mit seiner „Seven Stars’ Symphony“ op. 132 verewigte der Franzose gleich sieben Leinwand-Ikonen, die zum Teil ihre große Zeit während der Stummfilm-Ära hatten. Douglas Fairbanks und der Garbo widmete Koechlin jeweils einen Satz; aber auch Lilian Harvey sowie den beiden „Blauen Engeln“ Marlene Dietrich und Emil Jannings. Und den krönenden Abschluss bildet eine 15-minütige Hommage an Charlie Chaplin! Wobei sich Koechlin hierbei von Chaplins Klassikern „Goldrausch“ und „Circus“ inspirieren ließ. Für die musikalische Fairbanks-Episode mit ihrem magisch-sanften, auch vom Saxofon umspielten Zauber-Klängen fing Koechlin hingegen jene Verlockungen des Orients ein, von denen der Stummfilm-Klassiker „Der Dieb von Bagdad“ auch erzählt.
Doch mit seiner siebensätzigen Sinfonie schuf Koechlin dennoch mehr als nur originelle Klangfanartikel. Das rund 40-minütige Stück, das wie vieles andere des gebürtigen Elsässers lange auf seine Wiederentdeckung warten musste, präsentiert eine ungemein reiche Klangpalette, die von großorchestraler Wucht bis hin zu sinnlichem Esprit reicht. Die Musik Claude Debussys, aber auch die von Koechlins altem Freund Gabriel Fauré haben hier ihre Spuren hinterlassen. Selbst die surrealen Soundschleifen eines Ondes Martenot weiß Koechlin wirkungsvoll einzusetzen. Mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung der Französin Ariane Matiakh hat sich jetzt endlich ein Top-Orchester dieser Trouvaille angenommen. Und passend zu den Filmsternchen gibt es dann noch als Zugabe das ebenfalls 1933 entstandene Orchester-Nocturne „Vers la voûte étoilée“ (Beim Anblick des Sternenuniversums), das mit seinem neo-impressionistischen Flair gleichermaßen fasziniert.

Guido Fischer, 16.07.2022



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top