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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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„Forest Floor“

Fergus McCreadie

Edition/The Orchard-Bertus EDN1197
(55 Min., 7/2021)

Sei es das gerade erschienene Konzeptalbum „Tales from the Wooden Kingdom“ des Kölner Bigband-Komponisten Heiner Schmitz oder Hans Lüdemanns aktuelle Trio Ivoire-Einspielung „Enchanted Forest“: Der Jazz entdeckt den Wald für sich. Und das gilt offenbar nicht bloß für den Peter-Wohlleben-Standort Deutschland, sondern auch für die Britischen Inseln. Darauf lässt zumindest das dritte Album des jungen Pianisten Fergus McCreadie schließen.
„Forest Floor“, das im bewährten Team mit David Bowden am Bass und Stephen Henderson am Schlagzeug entstand, ist die konsequente Weiterentwicklung von McCreadies Personalstil. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er die Errungenschaften der Piano-Trio-Welle seit der Jahrtausendwende mit musikalischen Elementen der schottischen Heimat des Pianisten versieht. Man meint in seinen Stücken immer wieder Melodien kaledonischen Ursprungs heraushören zu können. So etwa in „The Unfurrowed Field“ oder „The Ridge“, die im Kern wie balladeske Volkslieder klingen und durchaus Parallelen zu den skandinavischen Weisen erkennen lassen, die Jan Johansson einst so bahnbrechend ins Jazzidiom übertrug. „Landslide“ wiederum lässt mit seinem wie wahnsinnig um sich selbst kreisenden Bass an einen rasanten Reel denken.
Ohnehin zählt es zu den Stärken des Trios, dass es beides überzeugend hinbekommt: das Harte und das Zarte. McCreadie und seine Clanbrüder können ordentlich Alarm schlagen im Geiste rockiger Piano-Dreier wie The Bad Plus (man höre etwa das jugendlich übermütige Eröffnungsstück „Law Hill“). Sie vermögen aber auch höchst filigrane Gewebe zu spinnen, wovon das impressionistische „Morning Moon“ und das Album-Titelstück „Forest Floor“ künden. Wie freundliche Waldgeister, die mal balsamisch Ruhe spenden, mal neckend Streiche spielen, locken die drei Schotten ihre Hörerschaft unters Blätterdach. Da lässt man sich gerne zum akustischen Waldbaden nieder.

Josef Engels, 07.05.2022



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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