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Heinrich Ignaz Franz Biber

Harmonia artificiosa-ariosa

Les Amis des Passions, Sabine Stoffer, Meret Lüthi

dhm/Sony 19439855872
(82 Min., 2013, 2016, 2018, 2019) 2 CDs

„Von allen Violinisten des letzten Jahrhunderts scheint Biber der beste gewesen zu sein“, schrieb einmal der englische Musikchronist Charles Burney. Und fügte gleich noch hinzu, dass „seine [Bibers] Solopartien die schwierigsten und fantasiereichsten der gesamten Musik sind, die ich aus dieser Zeit kenne.“ Tatsächlich hatte der aus Nordböhmen stammende und 1684 zum Salzburger Kapellmeister berufene Biber mit seinen Werken noch einmal die spieltechnischen Herausforderungen gesteigert. So erzielte er über die „Verstimmung“ der Saiteninstrumente (Skordatur) besondere Klangeffekte und spickte den Violin-Part mit abenteuerlichen Doppel- und Dreifachgriffen. Neben den „Rosenkranz-Sonaten“ gilt somit auch seine Sammlung „Harmonia artificiosa-ariosa“ (Kunstvoll-gesanglicher Wohlklang) als eines der bedeutendsten Manifeste des barocken Violinspiels. Über viele Jahre hat sich das Schweizer Alte-Musik-Ensemble Les Passions de l’Ame mit diesem 1696 veröffentlichten Instrumentalzyklus beschäftigt und Teile bereits auf CD veröffentlicht. Nun wurde die geplante Gesamteinspielung der sieben mit „Partia“ bezeichneten Suiten für zwei Streichinstrumente und Basso continuo abgeschlossen und auf zwei CDs zusammengefasst. Dass Biber zu den absoluten Leib- und Magenkomponisten der Musiker und Musikerinnen um Ensemble-Leiterin Meret Lüthi zählt, belegt man auf der 30-sekündigen „Presto“-Kurzstrecke genauso wie in einer fünf Minuten lang fesselnden, sich von einem innigen Gedankenstrom in einen ausgelassenen Tanzsatz verwandelnden „Passacaglia“. Schade, dass Biber lediglich sieben solcher unterhaltsamen wie anspruchsvollen Kunstwerke geschrieben hat.

Guido Fischer, 27.03.2021



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