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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Sergei Rachmaninow

Sinfonie Nr. 1 op. 13, „Sinfonische Tänze“ op. 45

The Philadelphia Orchestra, Yannick Nézet-Séguin

DG/Universal 4839840
(81 Min., 9/2018, 6/2019)

Wenn erst einmal eine bestimmte Klangsprache in die DNA eines Orchesters eingesickert ist, hat man diese für immer konserviert. Und so ist das Philadelphia Orchestra auch nach einer halben Ewigkeit und mehrfachen Komplettumbesetzungen eine absolute Wucht und Instanz für die Musik Sergei Rachmaninows. Immerhin 1927, in der Ära Leopold Stokowskis, spielte man erstmals ein Werk des Russen. 1940 hob man dann unter Eugene Ormandy Rachmaninows „Sinfonischen Tänze“ op. 45 aus der Taufe. Jetzt also ist Yannick Nézet-Séguin an der Reihe. Geplant hat er mit seinem Philadelphia Orchestra die Gesamteinspielung der drei Sinfonien. Und für die erste Folge hat er mit der Ersten ein Jugendwerk und den Sinfonischen Tänzen das letzte Orchesterwerk Rachmaninows kombiniert. Nun wurden beide Stücke bekanntlich mit völlig gegensätzlichem Erfolg uraufgeführt. Doch hätte 1897 nicht der volltrunkene Alexander Glasunow die Feuertaufe der 1. Sinfonie übernommen, sondern Yannick Nézet-Séguin – der damals 20-jährige Rachmaninow wäre sofort ein gemachter Mann gewesen. Was nämlich der Franko-Kanadier da mit seinem Orchester veranstaltet, ist nicht nur ein klangkulinarisches, vom brillanten Tosen über konturenscharfes Pulsieren bis zum fiebrigen Flackern makellos in Szene gesetztes Spektakel. Gleichzeitig entlocken die Musiker dieser so aufregend überreichen Partitur auch noch all die Einflüsse von Mussorgski, Tschaikowski und Rimski-Korsakow. Nicht weniger fulminant und packend, starkstromgeladen und virtuos kommen die drei Tänze daher. Und nicht selten wird einem dabei noch einmal überdeutlich klar, was speziell Debussy und Ravel so an der russischen Musik bewunderten.

Guido Fischer, 30.01.2021



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