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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Camille Saint-Saëns

Violinsonate Nr. 1, Cellosonate Nr. 1, Klaviertrio Nr. 2

Renaud Capuҫon, Edgar Moreau, Bertrand Chamayou

Erato/Warner 9029516710
(76 Min., 7/2020)

Im Jahr 1871 gehörte Camille Saint-Saëns zu den Mitbegründern der „Société Nationale de Musique“, mit der er endlich auch den heimischen Komponisten ein entsprechendes Forum bieten wollte. Bis dahin nämlich galt auch im französischen Konzertleben die Instrumentalmusik von Beethoven & Co. als Nonplusultra. Bereits ein Jahr später schrieb Saint-Saëns mit der Cellosonate c-Moll op. 32 seine erste Sonate für ein Streichinstrument. Womit er sich jetzt an eine Gattung wagte, die von den deutschsprachigen Komponistenkollegen maßgeblich geprägt worden war. Dieses für die französische Kammermusik des 19. Jahrhunderts auch musikhistorisch wichtige Opus bildet nun von seiner Platzierung her das Zentrum eines Saint-Saëns-Albums, für das sich mit Geiger Renaud Capuҫon, Cellist Edgar Moreau und Pianist Bertrand Chamayou drei französische Charaktermusiker zusammengetan haben. Den Anfang macht da Saint-Saënsʼ Violinsonate Nr. 1. Das Programm-Finale bildet das 2. Klaviertrio op. 92 aus dem Jahr 1892. Alle drei Werke leben von der Verschmelzung kontrastreicher Formideen mit erlesen lyrischem Melos sowie einer Hochvirtuosität, von der Renaud Capuҫon und Edgar Moreau in ihren jeweiligen Duosonaten dennoch kaum ins Schwitzen zu bringen sind. Während Capuҫon aber darüber hinaus auch mit einer delikaten, wunderbar aufgefächerten Klangfarbenpalette begeistert, ist der Celloklang des neuen französischen Wunderknaben Edgar Moreau erstaunlich eindimensional, ohne wahre Tiefe. Sein dauerdunkler Ton passt dann immerhin perfekt zum aufwühlenden Beginn des 2. Klaviertrios, bei dem Capuҫon, Moreau und der nuancenreich bis schwungvoll auftrumpfende Bertrand Chamayou eine fesselnde Trioeinheit bilden.

Guido Fischer, 26.12.2020



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