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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Gustav Mahler

Das Lied von der Erde

Gerhild Romberger, Robert Dean Smith, Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer

Channel Classics/Klassik Center Kassel CCSSA40020
(61 Min., 3/2017) SACD

Schon aus dem Jahre 2017 datiert diese Aufnahme des „Liedes von der Erde“ als Teil der Gesamtaufnahme aller Mahler-Sinfonien unter der Leitung von Iván Fischer. Es ist faszinierend, wie Fischer in seiner Zusammenarbeit mit dem Budapest Festival Orchestra über die Jahre zu einer restlos überzeugenden Lesart der komplexen Partituren gelangt ist – 2012, beim Beurteilen der Einspielung der ersten Sinfonie, war der Rezensent nicht annähernd so überzeugt wie jetzt: Inzwischen entwickelt Mahlers Motivik unter Fischers Händen eine so selbstverständliche „Mitteilsamkeit“, dass man sich immer wieder an die unmittelbare Sprechfähigkeit barocker musikalischer Figuren erinnert fühlt. Ein gewagter Vergleich fürwahr, über Jahrhunderte der Musikgeschichte hinweg. Aber er scheint doch angemessen. So direkt zum Sprechen zu bringen vermag Fischer die Musik freilich nur deshalb, weil er zunächst den Orchestersatz zu stupender Plastizität zu führen versteht: Glasklar arbeitet er stets die „wichtigen“ Linien heraus, ohne sie dabei aus dem Eingebettet-Sein im Gesamtklang zu isolieren. Eine Gradwanderung, die fulminant gelingt und sicher auch die Leistungen der Gesangssolisten positiv beeinflusst: Robert Dean Smith, der erst kürzlich in der „Lied“-Einspielung von Vladimir Jurowski (entstanden im Oktober 2018) nicht wirklich begeistern konnte, scheint hier doch deutlich mehr in seinem Element. Fischer trägt ihn so behutsam durchs Getümmel, dass immer wieder die Stärken seiner Stimme angenehm zum Vorschein kommen. Überraschend ist, dass Gerhild Romberger sich der Alt-Partie dieses Werkes annimmt. Sie hat nicht die spektakuläre Einzigartigkeit einer Kathleen Ferrier, aber man fühlt sich ein wenig erinnert an das weiche Timbre und die klanglich abgerundete, oft kammermusikalische Herangehensweise Christa Ludwigs. Insgesamt – vor allem wegen der orchestralen Leistung! – eine hörenswerte Aufnahme.

Michael Wersin, 24.10.2020



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