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Josef Suk

Sinfonie Nr. 2 „Asrael“

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Jakub Hrůša

BR Klassik/Naxos 900188
(63 Min., 10/2018)

Seit Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern ankündigte, sich mehr mit Josef Suk beschäftigen zu wollen, tut sich allerlei. So schnell kann’s gehen. Jahrzehntelang führte der zur Tondichtung und zum Märchen neigende Komponist – zeit seines Lebens ein Tonaler – eher ein Schattenmorellen-Dasein. Lecker, aber doch speziell.
Petrenko hatte schon 2002 Suks wichtigste Sinfonie „Asrael“ eingespielt (und plant eine Neuaufnahme). Doch erst jetzt, beim formidablen BR-Symphonieorchester, merkt man, wie sehr Suk ein Bindeglied zwischen dem spätromantischen Dvořák und dem modernen Mahler bildet. Aus Dvořáks „Rusalka“ wird ausgiebig zitiert. Mit Mahler verbinden Suk die erschütterungshaften Gebirgsblicke und Zerreißproben. (Getreu der Anekdote von Bruno Walter, Mahler habe ihm bei einem Besuch an Mahlers Urlaubsort in den Alpen zugerufen: „Sie brauchen sich hier gar nicht so umzusehen, das habe ich alles schon wegkomponiert ...!“)
Damit soll nicht gesagt sein, dass Suk hinsichtlich der Großform ganz mithalten kann. Das Werk mäandert. So klangschön und raumgreifend indes das BR-Orchester diese Trauerwälder durchstreift, so wenig kann man sich der Bewunderung entziehen. Asrael heißt der Todesengel in der islamischen Tradition. Suk reagierte in dem Werk auf den Tod seines Schwiegervaters Dvořák und seiner Ehefrau.
Dem aus Brünn stammenden Jakub Hrůša gelingt eine überragend schöne Aufnahme (übertroffen höchstens von der Prager Einspielung seines Lehrers Bělohlávek). Das liegt auch daran, dass Hrůša gerade nicht ‚böhmakelt‘ – also den zierlichen Geigenklang tschechischer Orchester nicht imitieren lässt. Eine der wichtigsten CDs auf BR-Klassik – neben denjenigen von Mariss Jansons.

Robert Fraunholzer, 27.06.2020



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