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Inspiration

Lynne Arriale

TCB/In-Akustik 2210 2
(58 Min.)

Wie oft hat man schon Leonard Bernsteins "America" gehört! Und wie oft die Jazzklassiker "It Don't Mean A Thing", "The Nearness Of You", "Bemsha Swing" oder die Beatles-Nummer "Blackbird". Im Gegensatz zur branchenüblichen Standards-Routine wartet die Pianistin Lynne Arriale mit herzerfrischenden Versionen auf. Natürlich erfinden sie, der Bassist Jay Anderson und der Schlagzeuger Steve Davies die Titel keinesfalls neu. Wohl aber würzen sie die Klassiker mit überraschenden Wendungen und Breaks, mit unerwarteten Klangfarben und anderen Spielereien.
Wunderbar, wie souverän die drei "It Don't Mean A Thing" in ein verrücktes rhythmisches Spannungsgeflecht versetzen und bei aller Reggae-nahen Rhythmik der Unterzeile "If it ain't got that swing" durch eine enorme Sogwirkung gerecht werden. Auch Thelonious Monks "Bemsha Swing" wird bei diesem Trio zum spannungsgeladenen Titel zwischen Free-Erinnerungen und virtuos blockigem Swing. Andererseits verstehen sie sich in "So Tender" darauf, die Melancholie der Ballade durch eine Fülle von kleinen Einfällen weit vom Kitsch entfernt zu halten und immer wieder neues, verblüffendes Ohrenfutter zu liefern.
Bisher wurde nicht viel Aufhebens um Lynne Arriale gemacht. Sie hätte es aber verdient, denn sie besitzt so viel Fantasie, dass sie jedes Stück entsprechend ihrem eigenen, raffiniert zwischen den Konventionen der Interpretation und sensibler Neugestaltung pendelnden Stil ausdeutet.

Werner Stiefele, 21.02.2002



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