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Where The Sea Breaks

Makiko Hirabayashi Trio

Yellowbird Records/Soulfood YEB 7780
(48 Min., 3/2017)

Kontinuität zahlt sich aus. Schon 2001 hat die japanische Pianistin Makiko Hirabayashi mit der Schlagzeugerin und Perkussionistin Marilyn Mazur und dem Kontrabassisten Klavs Hovman ein Trio gebildet, das seitdem regelmäßig auftritt und bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Alben veröffentlicht hat. Bei diesen großen Abständen bleibt den Stücken Zeit zum Reifen. Als Folge dieser kontinuierlichen Zusammenarbeit fließen die elf Ensemblestücke so elegant und locker, dass einem das penible Verzahnen von Klavier, Kontrabass und Schlagzeug wie selbstverständlich vorkommt – und doch notiert oder in den Proben sorgfältig erarbeitet ist. Hinzu kommen zwei Solostücke Hirabayashis: der „Prologue“ als Opener und „Entangled“ als sanftes Intermezzo zwischen „Ilter Fabel“ und „Your Song“. Ein wenig führt der Titel des Albums „Where The Sea Breaks“ in die Irre: Das Trio wirkt nicht wie ein Wellenbrecher; eher erinnern die Stücke an das sanfte Ausebben von Wellen an einem weit ins Meer reichenden Sandstrand. Dabei bringen sie in „Dance Of The Praying Mantis“ den Klang der afrikanischen Kalimba mit sich, auf die Hirabayashi mit dem stumpfen Klang des leicht präparierten Klaviers antwortet und der (Gast)trompeter Jakob Buchanan weiche Töne haucht. Fast nahtlos fügt sich der „Gallop“ an, in dem der Rhythmus eines galoppierenden Pferdes in eine weich schwingende Quartettnummer übergeht. Dass er auch in „Vintervalse 1“ und „That’s Life“ das Trio ergänzt und Marilyn Mazur in „Once Upon The Sea“, „Mou Ikai“ und „Your Song“ mit rauer Stimme Melodien andeutet, bereichert das Klangspektrum der Disc ebenso angenehm wie unaufdringlich. Hoffentlich lässt sich das Trio nicht wieder vier Jahre Zeit bis zur nächsten Produktion.

Werner Stiefele, 31.03.2018



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