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Johann Sebastian Bach

Violinkonzerte

Frank Peter Zimmermann, Serge Zimmermann, Berliner Barock Solisten

hänssler CLASSIC/Profil Medien HC17046
(61 Min., 2017)

Frank Peter Zimmermann und Johann Sebastian Bach – das passt einfach seit vielen Jahren perfekt zusammen. In Bachs Solo- und Kammermusikwerken wie auch den Violinkonzerten bewegt sich Zimmermann wie kaum ein Zweiter geradezu muttersprachlich kompetent, sicher, unprätentiös und dabei doch immer so immens gehaltvoll. Jetzt also hat er sich wieder einmal mit vier Violinkonzerten von Bach beschäftigt. Es sind die Konzerte BWV 1041, 1041 & 1052 sowie das Doppelkonzert BVW 1060, für das Zimmermann seinen hochtalentierten Sohnemann Serge zum Partner gemacht hat. Und wenngleich sich unter den Konzerten welche finden, die im Original nicht für die Geige geschrieben worden sind, so erklingen sie bei Zimmermann so, als wären die Bearbeitungen eigentlich doch die Urfassungen. Ganz ohne Alte Musik-Mätzchen, geradezu klassisch, fließt und pulsiert alles wie aus einem Guss. Auch mit Schwung verschmelzen da der Solist und die Berliner Barock Solisten zu einer Einheit. Trotz der Ausgeglichenheit entwickeln sich Gespräche von höchster Frische und mitreißender Farbigkeit. Zuletzt tut sich in den langsamen Sätzen einmal mehr bei Zimmermann der Himmel auf, da er die ganze Konzentration auf das mal balsamisch Sanfte, mal abgründig Stockende dieser dauerfesselnden und berührenden Musik legt. Bach und Zimmermann – was für eine Musikerfreundschaft.

Guido Fischer, 24.02.2018



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Heutzutage, nach längst erfolgter und praktizierter musikalischer 'Aufgeklärtheit' vielzähliger Solisten, Ensembles und Dirigenten besonders um J.S.Bach, gibt es viele bemerkenswerte, sehr gute hist.informierte Bach-Konzerte Einspielungen von höchst respektablen Interpreten. Bei seiner Besprechung der neueren Einspielung von F.P. Zimmermann mit den Berliner Solisten scheut sich ihr Universal-Rezensent Guido Fischer nicht, mit einem m.E. reaktionären Verweis auf "Alte Musik-Mätzchen", die eher konventionelle Klassizität der besprochenen Berliner Aufnahme zu belobigen, "Bach und Zimmermann - was für eine Musikerfreundschaft".!? Nunja, wenn ich dagegen z.B. bei 'Cafe Zimmermann' reinhöre, kann ich nur bedauern, dass Herr Zimmermann seine anerkannte und geschätzte Spielkunst vom wirklich klassischen (Mozart) bis modernen (Britten) Repertoire stilistisch andersartiger Musik Bachs überstülpt, und diese ganze Berliner philharmonische Musizierhaltung und Klanggestaltung weniger nach Bach und seiner Zeit klingt, sondern eher nach der gewohnt-romantisch tönenden Streicherkost, wie man sie halt so oft hört und zu kennen meint. Dann, Herr Fischer, lieber "Alte Musik-Mätzchen". gemihaus, Berlin




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