home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Startseite · Klang · Magazin

Magazin

Schätze aus dem Plattenschrank

„Sendbote des Humanismus“

Was für ein aufregendes wie reiches Leben Kurt Masur gelebt hat, lässt sich schon an seinen Karriere-Etappen ablesen. Von den Städtischen Bühnen in Erfurt führte ihn sein Weg zum legendären Walter Felsenstein an die Komische Oper in Berlin. Nach Chefdirigenten-Posten bei der Dresdner Philharmonie und dem Leipziger Gewandhausorchester wurde er dann 1991 zum Musikdirektor des New York Philharmonic berufen. Später kam noch das Orchestre National de France hinzu. Doch Masur, der 2015 im Alter von 88 Jahren in den USA verstarb, hatte es sich auf all diesen Posten nie gemütlich eingerichtet. Wie sonst nur Arturo Toscanini, Yehudi Menuhin und Pablo Casals zeigte Masur stets Flagge und erwarb sich damit den Ruf als moralische Künstlerautorität. Berühmtester Fixpunkt in seiner Biografie war der 9. Oktober 1989, als er sich in der zerbröckelnden DDR aktiv in die „friedliche Revolution“ einhakte. Für Masur war jedoch nicht nur dieses Engagement einfach Pflicht. Selbst in den kältesten Kriegszeiten bewies er musikalisch Courage, als er sich etwa für Schostakowitsch einsetzte. Als „Sendbote des Humanismus“ hat sich Masur einmal selbst bezeichnet. Womit er seine innige Verbundenheit auch und vor allem zur Musik Beethovens unterstrich. Kein Wunder, dass nun in der opulenten Box, die Aufnahmen Masurs aus dem Zeitraum 1974 bis 2009 bündelt, Beethoven einen Schwerpunkt einnimmt. Der Großteil der Einspielungen entstand mit dem Gewandhausorchester und dem New York Philharmonic und spiegeln Masurs Vorlieben für den klassisch-romantischen Kanon wider. Als Solisten sind unter anderem Elisabeth Leonskaja, Fazıl Say und Maxim Vengerov zu hören.

Kurt Masur: The Complete Warner Classics Edition

70 CDs – Warner

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Guido Fischer, 16.04.2022, RONDO Ausgabe 2 / 2022



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Hausbesuch

BASF Ludwigshafen

Stimmband-Analysen

Startenor Juan Diego Flórez singt – und ein hochkarätig besetztes Symposium macht sich Gedanken […]
zum Artikel

Gefragt

Concerto Köln

Was wollte Wagner?

Das Kölner Alte-Musik-Ensemble erarbeitet mit Kent Nagano eine historisch-kritische Aufführung […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top