home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Startseite · Klartext · Pasticcio

So soll der neue Konzertsaal ab Juli aussehen (c) David Chipperfield Architects

Pasticcio

Dübeln zahlt sich aus

Auf der Seite des Montagetechnik-Spezialisten Würth finden auch die Hobbyhandwerker so manches Schnäppchen. So waren zuletzt Seitenschneider, Dübel oder ein schmuckes Arbeitshemd im Angebot. Doch das im baden-württembergischen Künzelsau-Gainsbach beheimatete Familienunternehmen ist mehr als nur ein Global-Player auf seinem Fachgebiet. Firmenchef Reinhold Würth hat besonders große Spendierhosen an, wenn es um Kultur geht. Bereits zwei Museen hat er gebaut, in denen auch Exponate seiner wertvollen Gemäldesammlung zu sehen sind. Außerdem stiftet er einen mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis der Jeunesses Musicales Deutschland. Und dass sich mit Schrauben & Co. sehr gutes Geld verdienen lässt, bestätigt jetzt das allerneueste Großprojekt. Im Juli wird am Standort Künzelsau-Gaisbach das 60 Millionen Euro teure, von keinem Geringeren als dem britischen Stararchitekten David Chipperfield entworfene Carmen Würth Forum eröffnet. Dahinter verbergen sich ein Kongresszentrum, ein Konzertsaal mit 2.500 Plätzen sowie ein Kammermusiksaal für 600 Zuhörer. Und da der mit Justus Frantz wohl gut befreundete, inzwischen auch schon über 80-jährige Unternehmer schon mal in bester Spenderlaune war, hat er gleich auch noch ein Orchester gegründet – das auf den wenig überraschenden Namen „Würth Philharmoniker“ hört. Konzertmeister soll Catalin Desaga sein, der diese Funktion bereits bei Frantz´ „Philharmonie der Nationen“ ausgefüllt hat. Und auch für die offizielle Feuertaufe des Orchesters am 21. Juli hat man sich nicht lumpen lassen. So steht beim Open-Air-Konzert der Würth Philharmoniker Kent Nagano am Pult. Und den Solo-Part bei Beethovens 5. Klavierkonzert übernimmt Lars Vogt. Wie das Unternehmen im Vorfeld erklären ließ, hat es sich das Orchester zum Ziel gesetzt, sich durch Spitzenqualität einen Platz unter den Klassikorchestern Baden-Württembergs und darüber hinaus zu erarbeiten. Kein bescheidenes Ziel. Andererseits hat man dafür ja bereits einen prestigeträchtigen Auswärtstermin eingestielt. Im August spielen die Philharmoniker im Amsterdamer Concertgebouw unter der Leitung von Dennis Russell Davies und mit dem Geiger Ray Chen.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Hausbesuch

Kultur nach Corona

Wer soll das bezahlen?

Unsere Kulturlandschaft hat Corona längst nicht weggesteckt. Wenn nun noch Budgets schrumpfen und […]
zum Artikel

Gefragt

Lang Lang

Im Goldbergwerk

Ein Klavier-Star nimmt sich Bach vor: In gleich zwei Aufnahmen zeigt der chinesische Pianist seine […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top