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Carl-Orff-Festspiele Andechs

Oper auf dem Heiligen Berg

Nur wenige Festspiele können von sich behaupten, in so unmittelbarer Nähe zum namensgebenden Komponisten stattzufinden, wie die Carl-Orff-Festspiele. Auf dem Heiligen Berg, direkt beim Kloster Andechs, wo Orff seine letzte Ruhe fand, wird der bayerische Komponist jedes Jahr gefeiert. Und das seit 15 Jahren.

Der erste Impuls ging von Orffs 10. Todestag aus, doch erst 1998 begannen die regelmäßigen Festspiele. Der Umbau des ehemaligen Andechser Heuschobers zum »Florian-Stadl«, einem Konzertsaal für knapp 800 Zuschauer, schuf bis 2000 die Basis für die musikalische Beschäftigung mit Orff. Seither finden Orffs Opern, darunter »Die Kluge«, »Der Mond« und das Chorspektakel »Carmina burana«, aber auch seltenes wie »Il trionfo di Afrodite« hier alljährlich ansprechende Aufführungen. Nicht zuletzt der malerischen Lage wegen braucht sich Andechs um’s Publikum keine Sorgen zu machen. Seit 2008 hat Marcus Everding die Künstlerische Leitung übernommen und mit der Gründung der Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters (in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk) den musikpädagogischen Anspruch Orffs im besten Sinne weitergedacht. Dass das Kloster Andechs seit 2011 den bisherigen Verein als Träger der Festspiele abgelöst hat, spricht für sich.
Für die kommende Saison steht eine Neuinszenierung der »Bernauerin« ins Stadl, die »Kluge« wird wiederaufgenommen. Spiritus musicus am Pult des Festspielorchesters ist Christian von Gehren, die Regie führt(e) der Hausherr. Und auch das Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer ist wieder zu Gast und stellt dem »anderen Bayern« Richard Strauss Werke des Orff-Schülers Heinrich Kaminski gegenüber. Muss man abschließend erwähnen, dass es im nahegelegenen Kloster ein umwerfendes Bier aus eigener Brauerei gibt, das den Pausenblick über den Ammersee noch einmal so schön macht?

Carsten Hinrichs, RONDO Ausgabe 3 / 2012



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