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29. April — 05. Mai 2017

Stimmstark

Singen verbindet! In Hannover findet ab dem 29. April eine Chor-Woche in XXL-Ausmaßen statt. Während der „A-cappella-Woche“, die dieses Jahr zum 17. Mal stattfindet, geht es – wie der Name andeutet – um den reinen Gesang, ganz ohne Begleitung. Ob kleines Vokalensemble oder riesiger Chor: Die musikalische Gästeliste ist vielfältig. Insgesamt 15 Ensembles mit etwa 200 Sängerinnen und Sängern aus sieben Ländern treten auf und vermitteln dabei auch die stilistische Bandbreite des Gesangs in unserer Zeit: von Renaissance und Barock bis Jazz und Rap. Am 2. Festivalwochenende gibt es mit der „A-cappella-Nacht“ (5.5.) eins der Highlights der diesjährigen Festivalausgabe. Den Anfang aber macht am 29.4. das Ensemble „Perpetuum Jazzile“ (oben im Foto) im Theater am Aegi. In den nächsten Tagen dieser stimmgewaltigen Woche sind dann u.a. die „Banchieri Singers“, „New Voices“, das „Stimmorchester Hannover“ und die Body-Percussion-Gruppe „Rhythm4“ zu hören.

Das ausführliche Festivalprogramm gibt es auf www.acappellawoche.com.


22. — 28. April 2017

Doppelpack

Eigentlich sind sie ja zu dritt: Giacomo Puccinis Einakter „Il tabarro“ („Der Mantel“), „Suor Angelica“ und „Gianni Schicchi“, drei sozialkritische Miniaturopern über Lieben und Sterben, Eifersucht und Testaments-Streitigkeiten. Gewürzt hat der italienische Komponist diese mit einer guten Prise Slapstick und Situationskomik, aber auch mit viel Sentimentalität (vor allem den mittleren Opernakt „Suor Angelica“, der jetzt in Bremen ausgespart wurde). Regisseur Martin G. Berger hat bei seinem Regie-Debüt am Theater Bremen aus den beiden verbliebenen Einaktern eine Melange gemacht – und das vor allem mit Hilfe von medialen Hilfsmitteln: So wird die schwierige, durch das Trauma des Kindstodes gestörte Beziehung zwischen Giorgetta und Michele aus „Il tabarro“, die mit einem brutalen Mord endet, als Filmsequenzen gezeigt. Die Erbschleicherkomödie „Gianni Schicchi“ dagegen wurde umgemünzt in die Dreharbeiten dazu, in der die ganze Film-Crew aus der habgierigen Verwandtschaft des Verstorbenen besteht – und sich immer wieder in die Haare kriegt.
Hartmut Keil dirigiert die Bremer Philharmoniker in diesem kurzweiligen Kammerspiel.

Noch bis 29. Juni am Theater Bremen.

(Fotos: Jörg Landsberg/Theater Bremen)


15. — 21. April 2017

Unendlicher Klang-Raum

Eine Erschütterung geht durch die Wissenschaft: Anfang des 20. Jahrhundert verändert Albert Einsteins Relativitätstheorie, seine Forschung zu Materie, Raum und Zeit, den Blick auf die Welt. Die Musik feiert er als große Zeit-Kunst, als Nachweis des Unerklärlichen und des unendlichen geistigen und emotionalen Raums.
Ganz diesem Credo folgend, haben Philip Glass und Robert Wilson in den 1970er Jahren „Einstein On The Beach“ kreiert. Das Theater Dortmund geht das Wagnis ein und bringt die „Oper“ ab dem 28. April auf die Bühne, in einer Koproduktion des Schauspiels — Regie führt Intendant Kay Voges — und der Oper. Alles andere als ein klassisches Musiktheaterwerk ist dieses Stück, denn es erzählt keine zusammenhängende Geschichte, ist eher eine Assoziations-Ansammlung und will eine Einheit von Sprache, Klang und visuellem Eindruck erzielen und in einen Zustand von Trance versetzen. Zu Video- und Lichtinstallation steuert das Chorwerk Ruhr unter der Leitung von Florian Helgath Glass' Minimal-Klänge bei.

Weitere Informationen und Termine gibt es auf der Website des Theater Dortmund.

(Fotos: Wikimedia Commons, Pedro Malinowski, Lars Ullrich)


08. — 14. April 2017

Sehnsucht und Hoffnung

„Azione invisibile per solista, strumenti e voci“: „unsichtbare Handlung für Solistin, Instrumente und Stimmen“. So nennt der Zeitgenosse Salvatore Sciarrino seine Version des „Lohengrin“, komponiert 1982/84. Die kommt ab dem 9. April bei den Osterfestspielen Salzburg in einer Inszenierung des Österreichers Michael Sturminger auf die Bühne. Anders als Richard Wagner knüpft Sciarrino an eine literarische Vorlage des symbolistischen Dichters Jules Laforgue (1860–1887) an. In seiner Kammeroper steht nicht etwa der Gralsritter im Vordergrund, sondern seine Elsa: Sie sinniert im Selbstgespräch über den abwesenden Lohengrin und über die Vergangenheit, ob sie real sei oder auch nur Produkt ihrer Vorstellungskraft. Sehnsucht und Hoffnung sind die treibenden Kräfte für ihre Erinnerung und Gegenwart.

Weitere Informationen und Termine gibt es auf der Website der Osterfestspiele Salzburg.

(Probenfotos: OFS/Wildbild)


01. — 07. April 2017

Heidelberger Frühling

„Wer sind wir?“ und „Wie wollen wir morgen miteinander leben?“, fragt sich der Heidelberger Frühling seit dem Eröffnungskonzert am 25. März mit Julia Fischer und dem BBC Philharmonic. Unter dem Leitgedanken „In der Fremde“ wird das gerade so präsente Schlüsselmotiv der Aufklärung durchexerziert. Nicht nur Künstler wie Lisa Batiashvili, Ian Bostridge, Igor Levit oder Isang Enders sollen in Heidelberg einen Ort kreieren, an dem ein neues „Wir“ erfahrbar wird. Auch mit dem Streichquartettfest Heidelberg, der Heidelberg Festival Akademie für Liedgesang, Kammermusik, Komposition und Musikjournalismus sowie der Heidelberg Music Conference am 27. April, eine jährliche Tagung der bedeutenden europäischen Festivals und Konzerthäuser, soll gemeinsam an der Zukunft des Klassischen Musikbetriebs geschraubt werden.

Weitere Informationen und Tickets gibt es auf der Website des Heidelberger Frühlings.

(Fotos: studio visuell)


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