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14. — 20. April 2018

„Es liegt in der Luft“

Eine Operette im Kaufhaus: Das Theater Erfurt feierte am 12. April Premiere von Mischa Spolianskys „Es liegt in der Luft“ – und zwar im Erfurter Modehaus Breuninger. Nach der Kaufhausoperette „Rufen Sie Herrn Plim!“ im Jahr 2014, die bereits an diesem Ort inszeniert wurde, ist es die zweite Produktion an diesem ungewöhnlichen Originalschauplatz. Die Handlung von „Es liegt in der Luft“ nach einem Text von Marcellus Schiffer ist so unterhaltsam wie skurril, sie zeigt ein Panorama der Alltagsgesellschaft im Kaufhaus: ein Gaunerpärchen, zwei Freundinnen, die in den gleichen Mann verliebt sind, vergessene Zwillinge, die zum Kaufhaus wie das Inventar gehören. Eine Satire der Konsumgesellschaft der Goldenen 20er Jahre. Die musikalische Leitung hat Ralph Neubert, die Regie führt Fernando Blumenthal. Am Theater Erfurt (Breuninger Modehaus) noch bis 17. Mai.

(Fotos: Lutz Edelhoff)


07. — 13. April 2018

Bewegungsdrang

Pünktlich zum Frühlingsausbruch starten auch die diesjährigen, 16. Movimentos Festwochen in der Autostadt Wolfsburg. Wie immer steht hier vieles im Zeichen der Bewegung, des Tanztheaters. Doch auch Klassik- und Jazz-Konzerte, Podiumsgespräche und Workshops sind für die nächsten vier Wochen geplant. Das „Festival für Tanzbegeisterte und Kulturinteressierte“, wie es sich selbst bezeichnet, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Würde“, das auch am 9. April als Ausgangspunkt einer öffentlichen Podiumsdiskussion dient. Seit 2003 lockt die Autostadt mit hochkarätigen Künstlern und namhaften Tanzcompagnien nicht nur die Wolfsburger an, sondern Besucher aus der ganzen Region. Zu den künstlerischen Gästen zählt in diesem Frühling u.a. die Company Wayne McGregor, die Sydney Dance Company und die Compagnie Ballet BC. Außerdem kann man in diesem Jahr Künstler wie Kit Armstrong gemeinsam mit Annika Treutler, William Youn und das Emil Brandqvist Trio erleben. Eröffnet wurden die Festwochen am 4. und 5. April bereits durch Tanzvorstellungen der hauseigenen Movimentos Akademie, die Kinder und Jugendliche in die Welt des Tanzes einführt. Das Festival läuft noch bis 6. Mai.

Movimentos Akademie (c) Matthias Leitzke


31. März — 06. April 2018

Dunkle Existenzen

„Aus einem Totenhaus“ von Leoš Janáček ist wohl eine der verstörendsten Opern überhaupt. Doch der Komponist notierte über die Partitur als eine Art Motto: „In jeder Kreatur ein Funke Gottes“. Und so düster die Geschichte ist, die Fjodor Dostojewski aufschrieb und die Janáček 1927 bis 1928 musikalisch verarbeitete: Es geht nicht nur um die Grausamkeiten in einem Gefangenenlager, um seelisches und körperliches Leiden in einer fast nur von Männern bevölkerten Welt. Es geht auch um Hoffnung, um Erinnerungen, um kleine Lichter in der Dunkelheit. An der Oper Frankfurt feiert am Ostersonntag diese außergewöhnliche und alle Beteiligten extrem fordernde Oper Premiere, in der Regie von David Hermann. Die musikalische Leitung hat Tito Ceccherini. Nach der Premiere bis zum 29. April auf dem Spielplan.

(Foto: Barbara Aumüller)


24. — 30. März 2018

Im freien Fall

Eine Oper nach einem Kupferstich-Comic – eine ungewöhnliche Idee! Igor Strawinskis Oper „The Rake`s Progress“, was man in etwa mit „Geschichte eines Wüstlings“ übersetzen kann, basiert auf einer alten Kupferstichserie aus London. Der Künstler William Hogarth hat darin die Geschicke und Missgeschicke des recht eigenwilligen Charakters Tom Rakewell im England des 18. Jahrhunderts dargestellt. Dieser verspielt sein Geld, ruiniert sich und so ziemlich alle, die ihm über den Weg laufen, und landet schließlich in der Psychiatrie. Ein Unglücksrabe, den das Geld verdorben hat. Nicht mal die aufrichtige Liebe der Anne Trulove (ihr Name ist Programm) kann ihn vor seinem Untergang retten. In Hogarths Kupferstichen, aber auch in Strawinskis genialer Vertonung geht es um die sozialen Abgründe der Gesellschaft und um die Unüberwindbarkeit der eigenen Destruktivität. Nun feiert diese eigentlich selten zu hörende Oper gleich an zwei Häusern am selben Abend Premiere: Am 24. März am Theater Kassel unter der musikalischen Leitung von Alexander Hannemann (Inszenierung: Paul Esterházy) und am Pfalztheater in Kaiserslautern unter der musikalischen Leitung von Uwe Sandner und in der Regie von Tilman Gersch.

(Foto von der Produktion in Kassel: N. Klinger)


17. — 23. März 2018

„Eigen-Arten“

Von Frühling ist zwar derzeit wenig zu spüren, doch in Heidelberg zumindest feiert man ab nächster Woche ein kulturelles Erwachen. Das gut fünfwöchige Festival „Heidelberger Frühling“ im malerischen Städtchen am Neckar steht 2018 unter dem Leitgedanken „Eigen-Arten“ und beschäftigt sich in seiner 22. Saison mit der grundlegenden Frage: „Was macht uns aus?“ Dieser Blick auf uns, die Gesellschaft, bestimmt den diesjährigen, zweiten Teil der Festival-Trilogie, die sich über drei Jahre mit dem Thema „In der Fremde“ befasst. Thorsten Schmidt, Intendant des Festivals, hat für die Festivalzeit vom 17. März bis 21. April über 100 Veranstaltungen geplant. „Artist in Residence“ ist dieses Mal der Cellist Jean-Guihen Queyras, der u.a. mit der Produktion „Mitten im Leben wir sind“ mit Choreographien von Anne Teresa De Keersmaeker zu Bachs sechs Cellosuiten zu erleben sein wird. Ende März gibt es mit dem Kammermusikfest „Standpunkte“ (22.-25.3.) zudem ein kleines, feines Festival im Festival, das sich in diesem Jahr speziell mit dem Musikland Amerika auseinandersetzt. Das Themenwochenende „Neuland.Lied“ (12-15. April) widmet sich dagegen mit 12 Veranstaltungen ganz dem Genre des Lieds. Begleitet und reflektiert wird das Festival auch in diesem Jahr wieder von diversen Akademien (Lied, Kammermusik, Komposition und Musikjournalismus) und – zum zweiten Mal – der „Villa Abegg“, einem neu konzipierten Zukunftslabor. Frohes Schaffen!

Weitere Infos und Tickets gibt es auf www.heidelberger-fruehling.de.

(Fotos: Anne van Aerschot, Tyl C./Studio visuelle)


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