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Michael Praetorius

Gloria sei dir gesungen (Choralkonzerte)

Jochen Arnold, Gli Scarlattisti

Carus/Note 1 CAR83482
(71 Min., 9/2016)

2017, im Jahr des Reformationsjubiläums, kommen sie endlich in großer Fülle ans Licht: Die Kompositionen jener barocken protestantischen Kirchenmusiker, die lange Zeit immer nur mit wenigen ausgewählten (und daher schon sattsam bekannten) Sätzen in den einschlägigen Chorbüchern vertreten waren. Die vorliegende CD offenbart nun den Reichtum der Choral-Concerti, die Michael Praetorius (1571-1621) hinterlassen hat. Die Kunst der vielfältigen vokal-instrumentalen Bearbeitung der seinerzeit noch recht neuen bzw. immer noch im Entstehen begriffenen deutschsprachigen Kirchenlieder zählte zu den prominentesten Aufgaben der lutherischen Kirchenmusiker. Und Praetorius, selbst auch ein angesehener Musiktheoretiker, hat einiges Exemplarische zu dieser Gattung beigetragen. Gesangsstimmen und Streich- bzw. Blasinstrumente konzertieren hier gemeinsam auf Basis von Liedern wie „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, „Nun lob, mein Seel, den Herren“, „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Die Melodien dieser Gesänge werden als Cantus firmi in bewegte Sätze eingebaut, diminuiert, variiert … Der Kreativität zum Lobe Gottes sind keine Grenzen gesetzt.
Jochen Arnolds Absicht ist es, einen Querschnitt des Schaffens von Praetorius zu bieten. Hierfür stehen ihm erfahrene Kräfte zur Verfügung, die diese bisher weitgehend unterrepräsentierte Musik ansprechend erfahrbar machen und dabei freilich auch erahnen lassen, dass Praetorius‘ Choral-Concerti keineswegs Blattspiel-Stücke sind, die sich so eben mal en passant auf die Beine stellen lassen: Rhythmische Raffinessen, gelegentlich recht hoch gelegene Vokalpartien, Notwendigkeit des klanglichen Ausbalancierens sind nur einige der Herausforderungen, die das Repertoire zu bieten hat. Somit sind diese Werke zweifellos nicht nur für den Hörer, sondern auch für die Interpreten ein Erlebnis.

Michael Wersin, 15.04.2017



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