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Georg Friedrich Händel

Arie italiane per basso

Ildebrando D'Arcangelo, Modo Antiquo, Federico Maria Sardelli

DG/Universal 477 8361
(59 Min., 2/2009) 1 CD

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass der walisische Bassbariton Bryn Terfel eine Programmlücke im Schaffen Händels aufzudecken versuchte. Es waren die Soloarien für jene Stimmlage, die diametral zu den glockenreinen Männersopranen liegt. Ganz schien Terfel dem Repertoire nicht getraut zu haben, schmuggelte er doch für sein süffiges Organ noch so manche transponierte Tenor- und Kastratenarie unter. Auch sein italienischer Stimmkollege Ildebrando D'Arcangelo kam nun bei seinem Recital nicht um die Versuchung herum, mit "Ombra mai fu" den wohl einnehmendsten Largoschlager aufzunehmen, den Händel dem Hochtöner Caffarelli in die Kehle geschrieben hatte. Ansonsten sorgt D'Arcangelo aber mehr als nur für eine authentische Wiederbegegnung mit all den Bassrollen, mit denen Händel in Opern und Kantaten Feldherrn (Varo), Zauberer (Zoroastro) und Zyklopen (Polifemo) porträtierte.
Im Gegensatz zu dem oftmals geschmeidig säuselnden Terfel behält D'Arcangelos in Farbgebung und Rhetorik beachtliche Stimme Rückgrat, braucht er keine Effekte, um die heftigen Affekte spannungsvoll zu verdeutlichen. Mit dem in historischer Stimmung kundig zupackenden Ensemble Modo Antiquo versetzt er sich mit einer atemberaubenden Pianokultur in das betrübte Seeleninnenleben des Perserkönigs Cosroe (aus "Siroe"). Als Polyphem ("Aci, Galatea e Polifemo") zeigt er sich mit üppigen Rundungen traumwandlerisch in den Registern, und im festlichen "Sibilar gl'angui d'Aletto" aus "Rinaldo" steigert er sich zu einem beeindruckend beredten Kraft- und Energiepaket. Das Händeljahr 2009 hat mit dieser Einspielung seine vielleicht erste, große Entdeckung zu bieten.

Guido Fischer, 28.08.2009



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Kommentare

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Sehr geehrter Herr Fischer, ich mußte mich doch sehr über ihre Kritik zum Händelalbum Ildebrando D Arcangelo`s wundern, das in ihrem neuestem Heft sogar zur CD des Monats erkoren wurde. Geschmäcker gehen bekanntlich auseinander, aber von beeindruckender Pianokultur in der Arie des Perserkönigs Cosroe zu sprechen, grenzt an einer Trübung ihrer Wahrnehmung. Schon der erste Ton der wunderschönen Arie ist zu tief. Zu tief, weil der Sänger die Randschwingungen seiner üppigen Stimme nicht sicher genug beherrscht. Es kommt im Pianobereich zu ständigen Trübungen der Intonation, noch deutlicher zu vernehmen in der Arie des Polifemo (Nr.8). Warum man gerade bei einer Studioaufnahme solche Ungereimtheiten in Sachen Tonhöhe eingegen mußte, ist mir ein Rätsel. Das Ensemble Modo Antiquo ist, wie von ihnen beschrieben, nicht hoch genug zu loben. Viele Grüße




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