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Felix Mendelssohn Bartholdy

Sämtliche Werke für Geige und Klavier

Nomos-Duo

Naxos 8.554725
(67 Min., 1998) 1 CD

Glätte hat man Mendelssohns Musik oft vorgeworfen. Allerdings macht die häufige Wiederholung einer Behauptung diese noch nicht zu einer Tatsache. Und tatsächlich kann man sich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass Glätte in diesem Falle vor allem etwas kaum Fass- oder Begreifbares bezeichnen soll: dass nämlich Mendelssohns Musik nicht nur in ihrem spieltechnischen Anspruch, sondern bereits in ihrer handwerklichen Fertigung so leichtfüßig und so virtuos wirken kann. Das ruft Neider auf den Plan, die sich erkämpfen müssen, was Mendelssohn selbstverständlich besaß. Mit seinen Pfunden wuchert er auch bei seinen Werken für Violine und Klavier - drei Sonaten und fünf Einzelsätzen -, die jetzt das Nomos-Duo eingespielt hat.
Leider ist die Aufnahme nur in Teilen gelungen. Vor allem die singende Gelassenheit der langsamen (Mittel-)Sätze ist die Sache des Geigers Nicholas Milton ganz und gar nicht, und auch ansonsten sind sein spitzer Ton und sein oft sehr hektisch wirkender Zugriff nicht dazu angetan, die Stücke spritzig, elegant oder gar tiefsinnig wirken zu lassen.
Immerhin gelingt es den Interpreten, wieder einmal Bewunderung zu wecken ob der frühen Meisterschaft des Komponisten: Die f-Moll-Sonate op. 4 schrieb Mendelssohn als Vierzehnjähriger - und auch wenn das Stück noch etwas akademisch nach Zelter müffelt, steht es dem individuellen Gestus, jenem elfenhaften Huschen und Wispern schon nahe, das er gut zwei Jahre später in seinem Oktett und vor allem in der "Sommernachtstraum"-Ouvertüre zu seinem Markenzeichen machte.

Susanne Benda, 20.09.2001



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