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Emmanuel Tjeknavorian (c) Julia Wesely

Jeunesse

Musik erleben lernen

Egal ob auf, vor oder hinter der Bühne: Arbeit für den Nachwuchs wird bei den Konzerten der Jeunesse großgeschrieben.

Junge Menschen an Musik heranführen: Dieses Motto hat sich die Jeunesse auf die Fahnen geschrieben. Ein Versprechen, das man nicht nur mit bewusst niedrigen Eintrittspreisen, sondern vor allem mit interessanten Konzertformaten für alle Altersgruppen einlöst. Über 600 Veranstaltungen stellt das in Wien ansässige Team um die Künstlerische Leiterin Antonia Grüner in der nächsten Saison auf die Beine. Rund die Hälfte davon in der Hauptstadt, der Rest verteilt über ganz Österreich, wo die Organisation mit weiteren 21 Zweigstellen von Dornbirn bis Graz das Musikleben der Alpenrepublik entscheidend mitprägt.
Niemand Geringeres als Karl Böhm war es, der 1949 das erste Jeunesse- Konzert in Wien leitete. Und auch Leonard Bernstein – dessen „Young People’s Concerts“ in den USA für ganze Generationen die Einstiegsdroge zur Musik bedeuteten, und an dessen 100. Geburtstag man 2018 mit einem eigenen Zyklus erinnert – war den Wienern freundschaftlich verbunden. Neben legendären Pult- Jeunesse Musik erleben lernen Egal ob auf, vor oder hinter der Bühne: Arbeit für den Nachwuchs wird bei den Konzerten der Jeunesse großgeschrieben. Von Tobias Hell stars finden sich aber bereits auf den Programmzetteln der Anfangsjahre immer wieder auch aufstrebende Talente wie Friedrich Gulda und Alfred Brendel, über deren weiteren Karriereweg man wohl keine großen Worte verlieren muss.
Diese Mischung aus etablierten Künstlern und hoffnungsvollem Nachwuchs bestimmt bis heute die Arbeit der Jeunesse. So etwa mit der neu ins Leben gerufenen Reihe „Start up!“, bei der man anlässlich der Auftritte von Stars wie Andreas Ottensamer oder Nuria Rial auch eine Reihe von „Rohdiamanten des heimischen Musikernachwuchses“ in kurzen Vorkonzerten erleben wird. Für Antonia Grüner eine ebenso wichtige wie natürliche Entwicklung. „Die Förderung junger Musikerinnen und Musiker ist ein Herzstück der Jeunesse. Wir freuen uns sehr, mit diesem neuen Format den jungen Talenten ein weiteres Podium bieten zu können.“
Und auch beim Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen des Wiener Jeunesse-Orchesters am 24. September stehen – fast möchte man sagen selbstverständlich – drei junge Österreicher im Fokus. Der Wiener Geiger Emmanuel Tjeknavorian, frisch gekürter „Rising Star“ der European Concert Hall Organisation, trifft hier bei Beethovens Tripelkonzert auf zwei Vorarlberger, Aaron Pilsan am Klavier und Cellist Kian Soltani, die beide nach ihren Anfängen bei der Jeunesse inzwischen ebenfalls den Sprung auf die internationalen Konzertpodien geschafft haben.
Ob nun Brahms mit Janine Jansen, Turnage mit Vadim Repin, renommierte Gastorchester, hochkarätiger Jazz im Traditionsclub „Porgy & Bess“ oder Weltmusik aus Dänemark, Mexico und den Kapverden: Bei den insgesamt 35 Abonnementzyklen dürfte sich für jeden Geschmack etwas finden. Wie gewohnt begleitet von einem umfangreichen Kinder- und Jugendangebot, wie dem aufgrund des überwältigenden Zuspruchs noch einmal ausgebauten und weiter kostenfreien Programm „Musik zum Angreifen“, oder öffentlichen Proben, wo sich große Stars von kleinen Musikfreunden über die Schulter schauen lassen. Auch das hat nämlich bei der Jeunesse Tradition.

Die Konzerttermine der Saison finden Sie auf: www.jeunesse.at

Tobias Hell, RONDO Ausgabe 2 / 2017



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